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Uhren-Ratgeber

Wasserdichtigkeit bei Uhren Erklärt

Nahaufnahme eines Stahluhren-Zifferblatts mit der Wasserdichtigkeitsangabe und Wassertropfen auf dem Gehäuse
Serdar D.Uhren-Redakteur
5 Min. Lesezeit

Die Wasserdichtigkeit einer Uhr ist ein im Labor unter statischem Druck gemessener Wert, nicht der bewegte Alltag am Handgelenk. 30 Meter genügen für Regen, 100 fürs Schwimmen, 200 ist der Wert, nach dem ernsthafte Taucher suchen, idealerweise mit ISO-6425-Zertifizierung (DIVER'S) fürs Gerätetauchen. ATM und bar sagen dasselbe, die verschraubte Krone macht den Unterschied. Unten erkläre ich, was die Zahlen wirklich bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wasserdichtigkeit wird im Labor unter statischem Druck gemessen, lesen Sie sie daher eine Stufe konservativer, weil sich Wasser im Alltag bewegt.
  • Die Skala ist klar: 30 m für Regen, 50 m verträgt kurzes flaches Schwimmen, 100 m fürs echte Schwimmen, und 200 m ist der Wert, nach dem ernsthafte Taucher suchen.
  • ISO 6425 legt das Minimum für eine zertifizierte Taucheruhr bei 100 m fest; fürs Gerätetauchen achten Sie auf die DIVER'S-Kennzeichnung (ISO 6425), nicht allein auf die Tiefe.
  • ATM und bar sind praktisch gleich: 1 ATM entspricht etwa 1 bar, rund 10 Metern Wasser, also bedeuten 20 ATM 200 Meter.
  • Die verschraubte Krone ist bei den meisten Taucheruhren der wichtigste Teil der Wasserdichtigkeit; prüfen Sie vor dem Wasserkontakt stets, dass sie vollständig geschlossen ist.
  • Unabhängig von der Zahl ermüden heißes Wasser und Dampf die Dichtungen, daher sind Dusche und Sauna bei jeder Angabe besser zu meiden.

Was die Wasserdichtigkeit wirklich misst

Die 100 Meter auf Ihrem Zifferblatt bedeuten nicht, dass Sie die Uhr in 100 Meter Tiefe nehmen dürfen. Dieser Wert wird im Labor unter statischem Druck gemessen: Er zeigt, welchem Druck die Uhr standhält, während sie völlig ruhig liegt. Im Alltag bewegt sich das Wasser. Ein Armzug, ein Sprung ins Meer, schon das Halten unter den laufenden Wasserhahn treibt den kurzzeitigen Druck weit über den Wert auf dem Papier. Wasserdichtigkeit ist also eine Sicherheitsreserve, kein Tiefenversprechen. Als Uhrmacher rate ich, die Zahl stets eine Stufe konservativer zu lesen, als sie klingt.

Die Skala von 30, 50, 100 und 200 Metern

Denken Sie an die Werte als praktische Leiter:

  • 30 Meter (3 ATM): Regen, Händewaschen, gelegentlicher Spritzer. Kein Schwimmen.
  • 50 Meter (5 ATM): Verträgt kurzes, flaches Schwimmen und Händewaschen, aber kein Tauchen.
  • 100 Meter (10 ATM): Echtes Schwimmen, Schnorcheln, Schwimmbad. Das deckt die meisten Alltagsbedürfnisse ab.
  • 200 Meter (20 ATM): In der Praxis das empfohlene Maß für ernsthaften Wassereinsatz. Die ISO 6425 setzt das Minimum für eine zertifizierte Taucheruhr bei 100 Metern an, doch für Gerätetauchen achtet man auf 200 Meter und idealerweise auf die Kennzeichnung DIVER'S nach ISO 6425, die zusätzlich Stoß, Salz und Überdruck prüft.

Genau hier trennt sich eine echte Taucheruhr von einer im Taucherlook. Mit einer Tiefenangabe von 200 Metern und verschraubter Krone ist die Orient Mako 3 eine echte 200-Meter-Taucheruhr, ideal zum Schwimmen, Schnorcheln und Apnoetauchen. Fürs Gerätetauchen sollten Sie ein nach ISO 6425 (DIVER'S) zertifiziertes Modell wählen.

/de-de/products/orient-mako-3

Was ATM und bar bedeuten

Manchmal zeigt das Zifferblatt statt Metern ATM oder bar. Beides sind Druckeinheiten und in der Praxis gleichwertig: 1 ATM entspricht etwa 1 bar, ungefähr dem Druck einer 10 Meter hohen Wassersäule. 20 ATM heißt also 200 Meter. Für die feinere technische Unterscheidung lesen Sie den Eintrag zu ATM und bar. Wer dieselben echten 200 Meter in einem kleineren Gehäuse möchte, findet in der Orient Mako 40 ein gutes Beispiel.

/de-de/products/orient-mako-40

Warum die verschraubte Krone so wichtig ist

Der schwächste Punkt der Wasserdichtigkeit ist fast immer die Krone. Eine gewöhnliche Krone schließt nur mit einer Druckdichtung und kann unter Druck undicht werden. Eine verschraubte Krone schraubt sich ins Gehäuse, baut einen festen Dichtungsdruck auf und hält das Wasser draußen. Die meisten ernsthaften 200-Meter-Uhren haben eine, zwingend vorgeschrieben ist sie aber nicht: Auch gedichtete Druckkronen und kronenlose Bauweisen erreichen 200 Meter. Die ISO 6425 verlangt das Bestehen der Druckprüfung, keinen bestimmten Kronentyp. Die einzige Regel lautet: Vergewissern Sie sich vor dem Wasserkontakt, dass die Krone vollständig verschraubt und geschlossen ist. Mit offener Krone ins Wasser zu gehen, ist bei diesen Uhren der häufigste Fehler. Robuste Uhren wie die klassische, kronenlose Casio G-Shock erreichen dieselbe Sicherheit auf anderem Weg, durch eine abgedichtete Bauweise und ein widerstandsfähiges Gehäuse. Einige analoge G-Shock-Linien wie Mudmaster, Frogman und Gulfmaster setzen dagegen sehr wohl auf verschraubte Kronen.

/de-de/products/casio-g-shock

Was Sie mit welchem Wert wirklich tun dürfen

Eine einfache Übersicht:

  • Händewaschen, Regen: 30 Meter genügen.
  • Schwimmen, Schwimmbad, Schnorcheln: 100 Meter sind sicher.
  • Geräte- und Freitauchen: 200 Meter sind das praktische Maß, und fürs Gerätetauchen sollte die Uhr nach ISO 6425 (DIVER'S) zertifiziert sein, nicht nur ausreichend tief eingestuft.

Heißes Wasser und Dampf dehnen die Dichtungen, deshalb raten Uhrmacher unabhängig von der Zahl von Dusche und Sauna ab. Die Uhr nach dem Meer mit Süßwasser abzuspülen, ist ebenfalls eine gute Gewohnheit.

Pflege, die Zahl ermüdet mit der Zeit

Der Wert auf dem Zifferblatt ist ein Werkswert; er sinkt, je älter die Dichtungen werden. Wenn Sie die Uhr wirklich ins Wasser nehmen, lassen Sie alle paar Jahre einen Druck- und Dichtheitstest machen, eine Prüfung von wenigen Minuten. Bitten Sie darum, die Dichtungen zu erneuern, sobald das Gehäuse für eine Batterie oder Revision geöffnet wird. Zur Auswahl der passenden Uhr lesen Sie den Ratgeber für Einsteiger und für echte Taucher den Ratgeber zu Taucheruhren unter 500 Euro.

Lesen Sie die Zahl ehrlich, schließen Sie die Krone, lassen Sie die Dichtungen prüfen. So bleibt die Wasserdichtigkeit erhalten.

Technische Daten

Technische Daten
MerkmalWert
Schwelle fürs Alltagsschwimmen100 Meter (10 ATM)
ISO-6425-Minimum für zertifizierte Taucheruhren100 Meter
Empfohlen fürs ernsthafte Tauchen200 Meter (20 ATM) plus ISO 6425
Einheiten-Gleichwertigkeit1 ATM entspricht etwa 1 bar, rund 10 m
Kritisches BauteilVerschraubte Krone (bei den meisten Taucheruhren)

Vorteile

  • Erklärt die wahre Bedeutung der Zahlen und die Logik des statischen Drucks in klaren Worten
  • Bietet eine praktische Entscheidungsleiter von 30 bis 200 Metern
  • Klärt verwirrende Begriffe wie ATM, bar und die verschraubte Krone
  • Gestützt auf Glossarbegriffe und echte 200-Meter-Uhren

Nachteile

  • Es ist kein detaillierter Direktvergleich bestimmter Markenmodelle
  • Es ersetzt keine echte Tauchausbildung und kein professionelles Tauchprotokoll
  • Es listet nicht für jede Uhr einzeln die genaue ISO-6425-Zertifizierung auf

Fazit

Lesen Sie die Zahl als Sicherheitsreserve, nicht als Tiefenversprechen. Für den Alltag genügen 100 Meter; wer das Wasser ernst nimmt, ist mit der Orient Mako 3 samt verschraubter Krone und echten 200 Metern fürs Schwimmen, Schnorcheln und Apnoetauchen gut aufgestellt. Fürs Gerätetauchen achten Sie gezielt auf ein nach ISO 6425 (DIVER'S) zertifiziertes Modell, nicht allein auf die Tiefe. Die Orient Mako 40 bietet dieselbe Klasse für schmale Handgelenke, und die Casio G-Shock passt zu jedem, der maximale Robustheit will. Welche auch immer es wird: Krone schließen und die Dichtungen regelmäßig prüfen lassen.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit einer Uhr mit 100 Metern Wasserdichtigkeit tauchen?

100 Meter sind fürs Schwimmen, das Schwimmbad und Schnorcheln mehr als sicher, aber nicht fürs Gerätetauchen ausgelegt. Echtes Tauchen verlangt 200 Meter und eine verschraubte Krone. Der Wert wird unter statischem Druck gemessen, lesen Sie die Tiefe daher stets konservativ.

Was ist der Unterschied zwischen ATM, bar und Metern?

In der Praxis sagen sie dasselbe. 1 ATM entspricht etwa 1 bar und ungefähr dem Druck einer 10 Meter hohen Wassersäule. 10 ATM bedeuten also 100 Meter und 20 ATM 200 Meter. Egal, was das Zifferblatt zeigt, die Logik bleibt gleich.

Warum nimmt die Wasserdichtigkeit mit der Zeit ab?

Die Wasserdichtigkeit liefern die Dichtungen, und Dichtungen ermüden mit der Zeit durch Wärme und Gebrauch. Der Wert auf dem Zifferblatt ist ein Werkswert, der mit dem Alter sinkt. Wenn Sie die Uhr ins Wasser nehmen, lassen Sie alle paar Jahre einen Drucktest machen und die Dichtungen beim Öffnen des Gehäuses erneuern.

Serdar D.

Über den Autor

Serdar D.

Uhren-Redakteur

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Serdar D. ist der Redakteur von BraveryWatch. Er ist überzeugt, dass eine gute Uhr nicht nur teuer, sondern vor allem stimmig sein muss. Er verliert sich gern in Details, übersetzt sie aber in eine Sprache, die Freude macht. Aus der Sicht von jemandem, dem Uhren wirklich am Herzen liegen, gibt er entspannte und nützliche Empfehlungen.

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