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Amerikanische Fertigung
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Amerikanische Fertigung

Uhren der amerikanischen Fertigung reichen von den Wurzeln bei Waltham und Elgin bis zu heutigen Werkstätten wie RGM und Weiss. Hier erfahren Sie, was wirklich als US-Herstellung zählt und welche Modelle das einlösen.

Die Kategorie Amerikanische Fertigung umfasst Uhren, deren Entwurf, Teilefertigung und Montage weitgehend in den USA stattfinden. Ihre Wurzeln reichen tief: Waltham führte die Serienfertigung von Taschenuhren ein und baute die erste vollständig amerikanische Uhr, während Elgin, 1864 in Chicago gegründet und mit sieben abgeworbenen Waltham-Uhrmachern gestartet, den Vorreiter schließlich überholte. Gemeinsam fertigten beide rund 78 Prozent aller in Amerika gebauten Taschenuhrwerke. Hamilton, 1892 in Lancaster, Pennsylvania gegründet, setzte den Maßstab für Eisenbahnpräzision. Danach brach die Branche zusammen: Waltham ging 1949 in Konkurs, Elgin schloss 1968. Die heutige amerikanische Uhrmacherei ist das Werk kleiner Werkstätten, die dieses Erbe wiederbeleben.

Die reinsten Beispiele sind heute selten und handgefertigt. RGM, 1992 von Roland G. Murphy im Ort Mount Joy in Pennsylvania gegründet, in der alten Uhrmacherregion Lancaster County, baute 2008 das Kaliber 801, das erste hochwertige mechanische Werk, das in den USA seit über 40 Jahren gefertigt wurde; die RGM 801/40 Classic Enamel mit In-house-Werk kostet etwa 14.900 Euro. Das in Nashville ansässige Weiss bearbeitet, lagert und finissiert sein Kaliber 1003 selbst, zu über 95 Prozent von Weiss gefertigt, in der American Issue Field; die Aluminium-Ultralight liegt bei rund 2.800 Euro. Vortic in Fort Collins, Colorado, restauriert alte Elgin-, Waltham- und Hamilton-Werke in US-Gehäuse, die American Artisan Serie reicht von etwa 1.500 bis 7.500 Euro. Keaton Myrick, der allein im Ort Sisters in Oregon fünf bis sechs Uhren pro Jahr baut, steht für das handwerkliche Extrem.

Beim Kauf zählt vor allem die Grenze zwischen echter Fertigung und bloßer Montage. Die FTC verlangt für eine uneingeschränkte Made-in-USA-Aussage, dass nahezu alle Teile, Arbeit und Montage inländisch sind; ein importiertes Werk macht die Aussage daher irreführend. Diese Hürde ist strenger als Swiss Made, das nur 60 Prozent des Uhrenwerts als schweizerisch fordert. Marken wie Shinola montieren Ronda- und Sellita-Werke in Detroit; die FTC stufte Shinolas Slogan als irreführend ein. Prüfen Sie deshalb stets, wo das Werk gefertigt wird, woher Gehäuse und Zifferblatt stammen und wie die Marke ihre Aussage einschränkt.

Die Kategorie teilt sich in zwei Pole: echte Manufakturen wie RGM und Weiss mit eigenen Werken sowie zugänglichere Marken, die Schweizer Werke auf US-Boden montieren. Umbauten wie von Vortic bieten einen dritten Weg und tragen echte amerikanische Geschichte ans Handgelenk, wobei jedes Stück ein Einzelstück ist. Liegt Ihr Budget bei wenigen tausend Euro, kommen montageorientierte oder Umbau-Uhren infrage; wollen Sie ein vollständig inländisches Werk, müssen Sie mit fünfstelligen Preisen rechnen.

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Häufig gestellte Fragen