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Schwarzes DLC

Schwarzes DLC ist Diamond-Like Carbon in seiner härtesten und dunkelsten Form am Uhrengehäuse. Ein Carbon-Film, der Stahl Richtung Diamanthärte bringt, klar getrennt von PVD und Keramik. Worauf Sie achten sollten.

Schwarzes DLC, kurz für Diamond-Like Carbon, ist eine Beschichtung und technisch eine Untergruppe der größeren PVD-Familie. In einer Vakuumkammer wird ein dünner amorpher Carbon-Film, meist 2 bis 4 Mikrometer, auf ein Stahl- oder Titangehäuse aufgebracht und hinterlässt ein tiefes, mattes Graphitschwarz. Was DLC von gewöhnlichem PVD trennt, ist die Härte. Während 316L-Stahl bei etwa 200 Vickers liegt, misst DLC meist 2.000 bis 3.000 Vickers, manche Quellen nennen Werte bis 8.000. Weil das Grundelement Carbon ist, beschränkt sich DLC auf Schwarz und dunkle Töne; eine Gold- oder Blauvariante wie bei PVD gibt es nicht. Genau diese Einfarbigkeit erklärt, warum DLC taktisch wirkt und in der Tradition militärischer Tool Watches steht: ein Gehäuse, das nicht spiegelt und nicht auffällt.

Als reale Bezugspunkte zählt Sinn zu den konsequentesten Anwendern echter Hartbeschichtungen. Die 856 S legt eine schwarze Hartbeschichtung über tegimentierten, oberflächengehärteten Stahl, kombiniert mit antimagnetischem Aufbau und entspiegeltem Saphirglas, meist im Bereich von 2.000 bis 2.500 Euro. Der britische Hersteller Bremont bietet eine DLC-Titanium-Linie für rund 6.500 Euro am Band und etwas mehr am DLC-Titanband, limitiert auf 500 Stück. Casios hochwertige G-Shock MR-G beschichtet tiefgehärtetes Titan mit kratzfestem schwarzem DLC; die MRGB5000B-1 liegt im US-Handel bei rund 4.000 Dollar. Noch höher angesiedelt nutzt die Bell & Ross BR-X1 Black Titanium DLC-beschichtetes Titan und Keramik, limitiert auf 250 Stück, bei rund 16.900 Euro.

Das Wichtigste vor dem Kauf: DLC ist kratzbeständig, aber nicht kratzfest. Ein harter Schlag gegen etwas Härteres, Keramik oder Diamant, kann den Film verkratzen oder an den Kanten absplittern. Anders als blanker Stahl zeigt die schwarze Oberfläche schon kleinste Spuren deutlich. Der eigentliche Haken ist die Reparatur: eine erneute DLC-Beschichtung kann fast so viel kosten wie die Uhr selbst. Damit eignet sich DLC für jene, die mattes Schwarz wirklich wollen, wenig Schreibtischabrieb haben und bewusst eine robuste Tool Watch suchen. Wer eine Uhr täglich hart rannimmt, fährt mit massiver schwarzer Keramik oder blankem Titan oft sorgenfreier als mit jeder Beschichtung.

Beim Kauf lohnt es, DLC sauber von seinen Nachbarn zu trennen. Die Tudor Black Bay Dark bezieht ihr mattes Schwarz aus TiC, also Titancarbid, nicht aus DLC; Tudor hält TiC für rund zehnmal härter als Stahl und weniger spröde als DLC. Das Schwarz einer IWC Pilot Chronograph Top Gun oder einer Bell & Ross BR-03 Black ist gar keine Beschichtung, sondern massive Keramik. Mehrere Wege führen also zum selben schwarzen Look: DLC ist die härteste Beschichtung, Keramik dagegen die unbeschichtete, kratzfeste, aber sprödere Alternative.

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