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DLC auf Stahl

DLC auf Stahl ist eine schwarze, anthrazitfarbene Oberfläche, bei der wenige Mikrometer diamantähnlicher Kohlenstoff auf 316L-Edelstahl aufgebracht werden. Sie wirkt härter, dunkler und matter als blanker Stahl und trägt sich auch anders.

DLC auf Stahl bezeichnet ein Edelstahlgehäuse, das mit Diamond-Like Carbon beschichtet ist, einem amorphen Kohlenstofffilm von nur wenigen Mikrometern Dicke. So dünn die Schicht auch ist, die Oberfläche kann auf der Vickers-Skala etwa 8.000 bis 9.000 HV erreichen, also das Zwei- bis Dreifache einer gewöhnlichen PVD-Beschichtung und ein Vielfaches von blankem 316L-Stahl. Die Optik reicht von tiefem Schwarz bis Anthrazit, meist matt oder satiniert, und weil DLC die Härte des Diamanten mit der Gleitfähigkeit von Graphit verbindet, bleibt die Oberfläche zugleich robust und glatt. Aufgebracht wird sie durch PVD-Abscheidung oder PACVD, das heißt PVD benennt den Prozess, DLC dagegen eine bestimmte Beschichtungsart. Diese Unterscheidung verwirrt viele Käufer, denn eine Uhr kann PVD-beschichtet sein, ohne echtes DLC zu tragen.

Echte Modelle machen das Bild greifbar. Die Sinn U1 S nimmt ein Gehäuse aus deutschem U-Boot-Stahl, tegimentiert es vollständig und versieht es dann mit einer durchgehenden schwarzen Hartbeschichtung; sie ist bis 1.000m wasserdicht und DNV-zertifiziert, wobei allein das Tegimenting die Oberfläche auf rund 1.200 HV bringt, bevor die Beschichtung darüber kommt. Bremont kombiniert sein DLC mit der hauseigenen B-EBE2000-Härtung und montiert die Gehäuse von Hand in Henley-on-Thames. Bell & Ross bietet Black-Steel-Versionen der BR 03 und BR-05 an. Die Tudor Black Bay Dark, Ref. 79230DK, kam 2016 für etwa 4.475 Dollar auf den Markt, ist heute nicht mehr im Programm und wird gebraucht etwa zwischen 2.200 und 3.600 Dollar gehandelt; Tudor nennt die Oberfläche allerdings PVD und nicht DLC, ein Hinweis darauf, dass schwarzer Stahl nicht immer DLC bedeutet. Im erschwinglichen Bereich beginnt eine schwarz-PVD-beschichtete Hamilton Khaki Field Mechanical bei rund 545 Dollar.

Prüfen Sie beim Kauf zuerst, ob die Beschichtung wirklich DLC ist oder ein weicheres PVD beziehungsweise IP-Schwarz. Wenn der Hersteller die Begriffe DLC oder Diamond-Like Carbon nicht schriftlich nennt, bleiben Sie skeptisch. Ob der Stahl darunter gehärtet ist, durch Tegimenting oder B-EBE2000, beeinflusst direkt, wie gut die Schicht haftet und wie lange sie hält. DLC ist kratzfest, aber nicht kratzsicher: Keramik oder Diamant können Spuren hinterlassen, und Gehäusekanten sowie Hochpunkte können sich über Jahre bis auf den blanken Stahl abnutzen. Damit passt DLC auf Stahl zu jemandem, der eine unauffällige, matte Optik will, die Uhr hart trägt und akzeptiert, dass die Beschichtung stellenweise durchscheuern kann. Wer eine Nickelallergie hat, profitiert davon, dass DLC hypoallergen ist.

Zwei Feinheiten lohnen sich. Erstens lässt sich DLC nicht herauspolieren; ist es einmal abgenutzt, hilft nur eine vollständige Neubeschichtung, was meist das Einschicken der Uhr bedeutet, während blanker Stahl einfach aufpoliert wird. Zweitens sollten Sie DLC auf Titan nicht mit DLC auf Stahl verwechseln: Stahl bietet eine schwerere, steifere Basis, sodass Sie unter der Beschichtung mehr Masse und ein starreres Gefühl bekommen. Steht Leichtigkeit im Vordergrund, sehen Sie sich titanbasierte Versionen an; wollen Sie Gewicht und eine klassische Balance am Handgelenk, ist stahlbasiertes DLC die vernünftige Wahl.

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