Mehrsprachiges Tag-Datum beschreibt Uhren, deren Tagesscheibe den Wochentag voll ausgeschrieben statt abgekürzt anzeigt und diesen Namen in einer Sprache jenseits des Englischen bietet. Die Idee beginnt mit der 1956 vorgestellten Rolex Day-Date, der ersten Armbanduhr, die zugleich das Datum und den voll ausgeschriebenen Wochentag zeigte. Über die Jahrzehnte, und besonders ab 1973, erweiterte Rolex die Tagesscheibe auf 26 Sprachen. Die Liste reicht von Englisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch, Französisch und Türkisch über Arabisch, Hebräisch, Russisch, Griechisch und Persisch bis zu Chinesisch, Japanisch und sogar der äthiopischen Ge'ez-Schrift. Eine einzige Modellreihe umfasst damit lateinische, arabische, kyrillische, hebräische, japanische und chinesische Schriftsysteme. Die Nische ist hier nicht die Uhr, sondern die Sprache auf der Scheibe.
Auf der Vintage-Seite reicht die Geschichte bis in die späten 1950er und zur Ref. 6611 mit auf Arabisch ausgeschriebenen Tagen, einer frühen zweisprachigen Optik. Ab etwa 1959 wurde die Ref. 1803 mit ihren Geschwistern fast zwei Jahrzehnte lang mit arabischen Tag- und Datumsscheiben gefertigt und ist heute bei Sammlern gefragt. In der aktuellen Produktion arbeitet die Day-Date 40 mit dem hauseigenen Kaliber 3255, dem Chronergy-Hemmungssystem und 70 Stunden Gangreserve, und die Tagesscheibe lässt sich weiterhin in einer der 26 Sprachen bestellen. Dasselbe Kaliber treibt Day-Date-36-Referenzen wie 128238 an. Zu den Preisen: Eine Day-Date 40 in Gelbgold, Ref. 228238, kostet im Handel etwa 48.000 Euro, eine Day-Date 36 in Gelbgold, Ref. 128238, je nach Ausführung rund 43.700 Euro. Die Platin-228206 mit olivgrünem Roman-Zifferblatt wird auf dem Sekundärmarkt um 80.000 bis 130.000 Euro gehandelt, seltene Exemplare mit arabischem Zifferblatt deutlich über 200.000 Euro.
Beim Kauf legen Sie zuerst die Sprache fest, denn die Scheibe wird ab Werk per Konfiguration bestimmt. Ein Wechsel ist möglich, bedeutet aber, dass ein Rolex-Servicezentrum die Scheibe physisch tauscht, keine schnelle Einstellung. Gängige Sprachen wie Englisch, Spanisch und Italienisch sind gebraucht reichlich verfügbar und fair bepreist, während seltenere arabische, hebräische oder Ge'ez-Scheiben einen Aufschlag tragen und langsamer verkaufen. Die eigene Sprache liest sich am Handgelenk wunderbar, kann den Wiederverkaufskreis aber verengen. Prüfen Sie für die Echtheit, dass die Sprache der Scheibe zu Zifferblatt und Referenz passt und keine Teile nachträglich getauscht wurden.
Diese Nische passt zu jedem, der den Kalender als Teil der eigenen Identität versteht: einem Träger, der den Tag gern in seiner Muttersprache liest, jemandem mit kultureller Verbindung oder einem Sammler auf der Jagd nach einer raren Scheibenkombination. Mein praktischer Rat ist einfach. Bei einer Alltagsuhr wählen Sie eine für Sie lesbare und gut zu wartende Sprache; geht es um Seltenheit und Wertanlage, schauen Sie auf echte Vintage-1803 mit arabischer Scheibe und prüfen die Provenienz sorgfältig.