Ein Ausgeschriebenes Tag-Datum ist eine Uhr, die den Wochentag voll ausschreibt, also MONTAG statt MON, meist in einem gewölbten Fenster bei 12 Uhr, während das Datum in einem separaten Fenster bei 3 Uhr sitzt. Rolex schuf dieses Layout 1956 mit der Day-Date, der ersten Armbanduhr, die den Wochentag ausschrieb. Die frühesten Referenzen, die 6510 mit glatter und die 6511 mit geriffelter Lünette, entstanden nur ein einziges Jahr mit dem Kaliber 1055; die Ref 6611 folgte 1957 und behob die Schaltprobleme des frühen Werks. Den Tag auszuschreiben klingt nach einer Kleinigkeit, bestimmt aber die Zifferblattarchitektur, die Fensterbreite und wie gelassen sich die Uhr ablesen lässt.
Rolex prägt die Kategorie bis heute. Aktuelle Modelle tragen das Kaliber 3255 und entstehen ausschließlich in Edelmetallen, in Gelb-, Weiß- und Everose-Gold sowie Platin, weshalb Sammler sie President nennen. Die Day-Date 36 Ref 128238 in Gelbgold liegt bei rund 43.700 Euro, die Ref 128235 in Everose bei etwa 47.200 Euro. Die 40-mm-Varianten, die Gelbgold-228238, die Everose-228235 und die Platin-228206, werden auf dem Zweitmarkt bei Standardzifferblättern grob zwischen 45.000 und 60.000 Euro und darüber gehandelt. Wem das zu hoch ist, der findet in der Tudor Prince Date-Day, Referenzen wie 76200 und 76214, ebenfalls einen voll ausgeschriebenen Tag, gebraucht je nach Zustand eher zwischen 1.800 und 3.200 Euro.
Beim Kauf zählt zuerst die Sprachscheibe. Die Rolex Day-Date schreibt den Tag in 26 Sprachen, darunter Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Arabisch, Japanisch, Chinesisch, Russisch, Hebräisch, Griechisch, Latein und die Ge'ez-Schrift. Gängige Scheiben sind unkompliziert, seltene wie Katalanisch, Arabisch, Farsi und Hebräisch erzielen auf dem Sammlermarkt deutliche Aufschläge. Bei Vintage-Stücken sollte man die originale Scheibe wegen des Werts behalten statt sie zu tauschen. Da ein ausgeschriebenes Wort mehr Platz braucht als ein Dreibuchstaben-Code, sind Typografie und Zentrierung entscheidend, besonders bei den 36-mm-Gehäusen.
Für wen eignet sie sich? Für jemanden, der das Datum auf einen Blick will, den Wochentag aber lieber ganz liest als abgekürzt, und der die Ausgewogenheit schätzt, die ein vollständiges Wort einem symmetrischen Zifferblatt verleiht. Der Kompromiss ist das Budget: Da die Day-Date im Edelmetallsegment bleibt, sind die Einstiegspreise hoch, und für eine Stahl-Alltagsuhr ist sie die falsche Wahl. Mit der richtigen Sprache und einem stimmig proportionierten Zifferblatt gibt der ausgeschriebene Tag einer Uhr jedoch eine ruhige, unverkennbare Persönlichkeit.