Eine Dezimal-Repetition arbeitet wie jede Minutenrepetition und schlägt die Zeit auf Wunsch mit zwei Hämmern, doch statt der Viertelstunden ertönt die Zahl der vollen Zehn-Minuten-Schritte seit der letzten Stunde, danach die übrigen Minuten. Um 7:37 erklingen sieben tiefe Töne für die Stunden, drei Doppeltonfolgen für die dreißig Minuten und sieben hohe Töne für die restlichen Minuten. Mechanisch tritt an die Stelle der Viertelschnecke eine Zehn-Minuten-Schnecke mit sechs Stufen von null bis fünf, während die Minutenschnecke null bis neun kodiert. Der Gewinn ist ein intuitiveres Ablesen: Man übersetzt das Geläut direkt in Ziffern, ohne die Viertelstundenrechnerei, die eine klassische Repetition dem Ohr abverlangt.
Die moderne Dezimal-Repetition geht maßgeblich auf Kari Voutilainen zurück. Die erste, das Masterpiece 6, baute er um 2005, danach folgte 2007 das schlichtere Masterpiece 8; beide entstanden, indem er überarbeitete historische LeCoultre-Rohwerke vom Viertel- auf Dezimalschlag umbaute. Er hat sie nie in Serie gefertigt, vielleicht ein paar Dutzend Stücke, jedes ein Unikat; Phillips Perpetual listete kürzlich eine einzelne Dezimal-Repetition mit GMT bei rund 457.000 Dollar. Auch Seikos Credor Spring Drive Minute Repeater ist eine Dezimal-Repetition, mit handgeschmiedeten Stahlgongs der Familie Myochin aus Himeji, jährlich nur eine Handvoll Exemplare, Referenz GBLS998 bei etwa 400.000 Dollar. Die Zeitwerk Minute Repeater von A. Lange & Söhne verbindet den Dezimalschlag mit der springenden Digitalanzeige: Platin Ref. 147.025 von 2015 startete um die 440.000 Euro, Weißgold (2020) und Honeygold (2023) folgten.
Dies ist die äußerste Ecke des Sammelns, das Publikum entsprechend schmal: erfahrene Käufer, oft schon Repetitionsbesitzer, denen die Logik des Mechanismus ebenso wichtig ist wie die Musikalität des Klangs. Hören Sie zuerst hin und beurteilen Sie die Gongs nach Ton, Nachklang und sauberer Trennung der Register, dann, wie gut der Schlag zur Anzeige passt, ob digital oder Regulator. Der ehrliche Kompromiss heißt Liquidität: Die dezimale Aufteilung liest sich akustisch natürlicher, verkauft sich aber langsamer als eine klassische Viertelrepetition, weil so wenige Käufer sie kennen. Auch der Service verlangt einen Uhrmacher mit echter Repetitionserfahrung, keinen Generalisten.
Verstehen Sie die Dezimal-Repetition als Nische in der Nische. Die Voutilainen-Stücke sind warm, handgefertigt und einzeln; der Credor verbindet japanisches Handwerk mit der leisen Präzision des Spring Drive; der Lange bringt die dezimale Logik mit einem Zeitwerk-Zifferblatt zusammen, das ohnehin schon dezimal aussieht. Alle drei sind Auslegungen einer Idee, und welche die richtige ist, hängt davon ab, welches Ablesen, welchen Klang und welche Philosophie Sie am Handgelenk wollen.