Petite Sonnerie, französisch für kleiner Schlag, ist eine der zurückhaltendsten Arten, wie eine Uhr die Zeit selbsttätig schlagen kann. Zur vollen Stunde schlägt sie sowohl die Stunde als auch die Viertel; zu jeder folgenden Viertelstunde schlägt sie nur die Viertel und lässt die Stunde aus. Genau dieser Unterschied trennt sie von der Grande Sonnerie, die alle fünfzehn Minuten zuerst die volle Stunde und dann die Viertel wiederholt. Die Petite Sonnerie tut das alles en passant, also automatisch im Vorübergehen, und besitzt in ihrer reinen Form keinen auf Abruf schlagenden Minutenrepetierer. In der Praxis sieht man kaum eine Uhr, die allein für die Petite Sonnerie gebaut ist; meist lebt sie als wählbarer Modus zwischen Grande Sonnerie und Stille.
Die realen Beispiele sind durchweg höchste Grand Complications. Die Patek Philippe Ref. 6301P-001 vereint Grande und Petite Sonnerie mit einem Minutenrepetierer in einem 44,8 mm großen Platingehäuse mit schwarzem Grand-Feu-Emailzifferblatt; der Listenpreis liegt bei rund 1,15 Millionen Schweizer Franken, Angebote am Zweitmarkt zwischen etwa 1,9 und 2,3 Millionen Dollar. Die F.P. Journe Sonnerie Souveraine, Kaliber 1505, wurde von 2006 bis 2018 in nur etwa sechzig Exemplaren gebaut, kostete neu nahe 650.000 Euro, und ein Stück erzielte im Frühjahr 2025 bei Christie's Hongkong rund 2,3 Millionen Dollar. Die A. Lange & Söhne Grand Complication trägt ebenfalls einen großen und kleinen Schlag; nur eine winzige Serie wurde gefertigt, zum Preis von etwa 1,9 Millionen Euro.
Auf solche Uhren wartet man eher jahrelang, als sie einfach zu kaufen, daher zählt zuerst der Klang selbst: Ton, Resonanz und wie klar die Tonfedern tragen. Klären Sie, ob Ihnen die Logik der Petite Sonnerie wirklich zusagt. Wer zu jeder Viertelstunde die volle Stunde hören möchte, wird mit der Grande Sonnerie glücklicher; wer einen ruhigeren, weniger wiederholten Rhythmus durch den Tag bevorzugt, ist mit der Petite Sonnerie besser bedient. Eine eigene Gangreserve für das Schlagwerk, ein zuverlässiger Stillemodus und ein sanftes Umschalten zwischen den Modi sind ebenso wichtig. Angesprochen ist hier der erfahrene Sammler, der bereits mit schlagenden Uhren gelebt hat.
Eine Feinheit lohnt das Verständnis: Die meisten Manufakturen betten die Petite Sonnerie in eine mehrstufige Sonnerie ein, statt sie allein anzubieten. Die Jaeger-LeCoultre Duomètre à Grande Sonnerie versammelt Grande Sonnerie, Petite Sonnerie, Minutenrepetierer und Stille in einer Armbanduhr, mit getrennten Gangreserveanzeigen für das Uhrwerk und das Schlagwerk. Eine eigenständige reine Petite-Sonnerie-Armbanduhr ist selten; Wegbereiter wie Philippe Dufour, der die erste Grande et Petite Sonnerie als Armbanduhr baute, haben das Feld begründet.