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5-Tage-Gangreserve

Eine 5-Tage-Gangreserve bedeutet, dass die Uhr nach dem Ablegen volle 120 Stunden weiterläuft. Liegt sie das ganze Wochenende in der Schublade, tickt sie am Montagmorgen noch korrekt eingestellt weiter.

Die 5-Tage-Gangreserve beschreibt eine mechanische Uhr, die nach einem vollen Aufzug 120 Stunden lang läuft. Um diesen Wert zu erreichen, setzen Marken fast immer zwei oder drei Federhäuser ein, in Reihe oder parallel angeordnet, was sowohl die Laufzeit verlängert als auch das Drehmoment gleichmäßiger abgibt, als ein einzelnes Federhaus es je könnte. Im Vergleich zum heute üblichen 72-Stunden-Standard übersteht eine Fünf-Tage-Uhr ein langes Wochenende mühelos: am Freitagabend abgelegt, am Mittwoch wieder gegriffen, läuft sie noch genau. Wer mehrere Uhren im Wechsel trägt, gewinnt damit echten Alltagskomfort statt nur einer Datenblattzahl.

Das zugänglichste Beispiel ist das Oris Calibre 400, ein 2020 vorgestelltes In-House-Automatikwerk, das über zwei Federhäuser mit je rund zweieinhalb Tagen Reserve die 120 Stunden erreicht, bis 2.250 Gauss antimagnetisch ist, mit -3/+5 Sekunden pro Tag läuft und zehn Jahre Garantie trägt. Die Aquis Date Calibre 400 beginnt inzwischen bei rund 4.000 Euro am Stahlband. Christopher Wards seriell gekoppeltes SH21 senkt die COSC-zertifizierte Fünf-Tage-Reserve auf etwa 2.000 Euro. An der Spitze treibt Blancpains dreifaches Federhaus-Kaliber 1315 die Fifty Fathoms jenseits von 17.000 Euro an, während F.P. Journes Kaliber 1300.3 in der Octa Automatique Reserve in Gold oder Platin deutlich über CHF 42.500 ohne Steuer liegt, technisch zu 160 Stunden fähig, aber für stabile Chronometrie mit 120 angegeben.

Achten Sie beim Kauf zuerst auf die Federhaus-Architektur: seriell verbundene Federhäuser liefern gleichmäßigeres Drehmoment, bauen aber höher, prüfen Sie also die Gehäusehöhe vor dem Kauf. Werke wie das Oris Calibre 400 mit Silizium-Hemmung und zehnjähriger Garantie bieten Vieltragern das stärkste Preis-Leistungs-Argument, während Gelegenheitsträger am meisten davon profitieren, nie wieder von Null stellen und aufziehen zu müssen. Der einzige Vorbehalt: In den letzten Stunden einer langen Reserve kann die Amplitude nachlassen, halten Sie die Uhr also aufgezogen, wenn absolute Präzision zählt.

Verwechseln Sie diese Kategorie nicht mit Acht-Tage-Handaufzugswerken (192 Stunden); fünf Tage sind der Punkt, an dem die Automatikwelt echte Laufzeit und Alltagstauglichkeit am besten ausbalanciert. Ob Taucher, Fliegeruhr oder Dress Watch: Eine 120-Stunden-Reserve ist keine Nischenluxusgröße mehr, sondern eine ausgereifte Ingenieurslösung, die heute bis weit in die Mittelklasse reicht.

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