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Funk-Solar

Funk-Solar Uhren erledigen zwei Aufgaben auf einmal: ein lichtgespeistes Zifferblatt, das nie einen Batteriewechsel braucht, und einen nächtlichen Atomfunk-Abgleich, der die Zeit ohne Zutun sekundengenau hält.

Funk-Solar ist die Kategorie, in der zwei Technologien dasselbe Gehäuse teilen. Eine Solarzelle unter oder rund um das Zifferblatt wandelt Licht in einen internen Kondensator um, sodass der Batteriewechsel komplett entfällt. Der Funk-Teil lauscht, meist zwischen 2 und 3 Uhr nachts, auf ein Langwellensignal, das an Atomuhren gekoppelt ist. Das deutsche DCF77 (77,5 kHz, Mainflingen, an die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt gebunden), das amerikanische WWVB (60 kHz, Fort Collins), das britische MSF (60 kHz, Anthorn), das japanische JJY und das chinesische BPC sind die fünf Signale, die Casio im Multi-Band-6-System bündelt. Das Ergebnis: eine Uhr, die von selbst sekundengenau bleibt und sogar die Sommerzeit-Umstellung übernimmt.

Drei Marken tragen die Kategorie. Bei Casio G-Shock liegen eckige Modelle wie die GW-M5610U bei etwa 100 bis 150 Euro, die Rangeman GW-9400 bei rund 230 Euro; beide vereinen Tough Solar mit Multi-Band 6. Citizen brachte 1993 die erste Multiband-Atomuhr der Welt heraus, und die Eco-Drive funkgesteuerte Atomic-Timekeeping-Linie (A-T), inklusive der Navihawk A-T JY8033, reicht von etwa 200 bis 650 Euro mit Titan- und Saphir-Optionen. In Deutschland baute Junghans 1991 die erste analoge Funkarmbanduhr; die Max Bill Mega Solar kam 2020 mit einem Mehrfrequenz-Empfänger für Europa, Großbritannien, Japan und die USA, dazu die Junghans-Mega-App für den Abgleich außerhalb der Funkreichweite, zum Einführungspreis von rund 895 Euro am Band.

Kaufen Sie zuerst nach dem Signal. Ein älteres Einfrequenz-Modell empfängt außerhalb der Senderreichweite gar keinen Funk, deshalb sind Mehrband- oder App-gestützte Modelle die sichere Wahl, gerade für Vielreisende. Auf der Solarseite hält ein voller Kondensator je nach Modell von einigen Monaten bis etwa drei Jahren im Dunkeln; bei Gebrauchtuhren aus der Vitrine sollten Sie prüfen, ob die volle Ladung erreicht wird. Vom Charakter her passen diese Uhren zum Träger, der einstellen und vergessen will, der Präzision schätzt und reist und der nicht der Romantik einer schwingenden Unruh nachjagt. Was Sie aufgeben, ist genau diese Romantik: kein Wartungsritual, kein schlagendes Herz, wenig Wertsteigerung.

Die Kategorie teilt sich in zwei Welten. Am einen Ende stehen die robusten G-Shock-Digitalmodelle und die Wave-Ceptor-Einsteiger; am anderen die Titan-Chronografen der Citizen Eco-Drive A-T mit ewigem Kalender, Casios gehobene Oceanus-Titanlinie und die klare Bauhaus-Max-Bill. Neuere Stücke ergänzen zunehmend GPS- oder Bluetooth-Abgleich, um die Funkreichweite ganz zu umgehen; der reine Funk bleibt aber der einfachste, am wenigsten App-abhängige und langlebigste Weg zu atomgenauer Zeit am Handgelenk.

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