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Compressor-Taucher
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Compressor-Taucher

Ein Compressor-Taucher wird durch das patentierte EPSA-Gehäuse definiert, bei dem steigender Wasserdruck den Gehäuseboden dichter gegen seine Dichtung presst. Zwei Kronen und eine innenliegende Drehlünette heben ihn ab.

Der Compressor-Taucher steht in einer eigenen Ecke der Taucheruhren-Welt, klar getrennt von der bekannten Tooluhr mit Außenlünette. Das Genre fußt auf der Arbeit des Schweizer Gehäuseherstellers Ervin Piquerez SA (EPSA), der den Namen "Compressor" 1955 als Marke schützte und 1956 das Super-Compressor-Patent erhielt. Die Idee ist wirklich klug: Der äußere Wasserdruck presst den Gehäuseboden stärker gegen seine Dichtung, sodass der Verschluss umso dichter wird, je tiefer man taucht. Ein klassischer Super-Compressor zeigt sich an drei Merkmalen: zwei Kronen etwa bei 2 und 4 Uhr, einer innenliegenden Drehlünette, die von der oberen Krone bewegt wird, und den schraffierten Kronenkappen. Auf vielen Gehäuseböden findet sich zudem ein eingeprägtes Taucherhelm-Logo, eine stille Signatur, nach der Vintage-Sammler suchen.

Da EPSA nur die Gehäuse baute, verwendeten in den 1960er Jahren weit über hundert Marken sie. Das begehrteste Vintage-Beispiel ist die Jaeger-LeCoultre Memovox Polaris, zwischen 1965 und 1970 in rund 1.714 Stück gefertigt: ein 42mm Super-Compressor-Gehäuse, 200m Wasserdichtigkeit und ein dreifacher Gehäuseboden, durch den der Wecker unter Wasser hörbar blieb. Die Enicar Sherpa-Linie ist der freundliche Einstieg, einfachere Stücke ab einigen Hundert Euro, seltene Sherpa Graphs bis gegen 20.000 Euro, während ein sauberer Universal Geneve Polerouter Sub am Band über 3.000 Euro liegt. Modern ist der Bezugspunkt die Longines Legend Diver: Die 39mm-Version von 2023 verbindet ein COSC-zertifiziertes Kaliber L888.6 mit Silizium-Spirale und 300m für rund 3.000 bis 3.200 Euro, und die Legend Diver 59 von 2026 bringt das 42mm-Gehäuse mit ISO-6425-Zertifizierung für etwa 4.000 Euro zurück.

Es gibt zwei Wege hinein. Beim Vintage-Kauf prüft man die Originalität der Kronen, das Schraffurmuster, das Gehäuseboden-Logo und ob die innenliegende Lünette sauber dreht; solange die alten EPSA-Dichtungen nicht gewartet sind, behandelt man diese Uhren als Stücke fürs trockene Handgelenk, nicht als echte Taucher. Der moderne Weg über die Longines Legend Diver liefert diesen Periodencharakter mit heutiger Wasserdichtigkeit und einfachem Service. Diese Kategorie passt zum Sammler, der sich bewusst vom Submariner- oder Fifty-Fathoms-Look absetzen will, der die Zwei-Kronen-Ergonomie und ein schlankeres, elegantes Profil schätzt. Der Kompromiss ist praktisch: Eine innenliegende Lünette mit Handschuhen zu drehen ist fummeliger als der Griff zur Außenlünette.

Eine klare Abgrenzung lohnt sich. Eine echte Compressor-Uhr trägt das druckdichtende Gehäuseprinzip von EPSA und die Architektur mit zwei Kronen und Innenlünette. Moderne 300m-Taucher wie die Squale 1545 oder die Mido Ocean Star sind fähige Werkzeuge, gehören aber nicht alle zu diesem speziellen Gehäusetyp. Wer den Vintage-Charakter des Super-Compressor sucht, kommt an den zwei Kronen und der innenliegenden Drehlünette nicht vorbei.

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