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Weißes Perlmutt

Weißes Perlmutt ist die klassischste Perlmutt-Variante: ein silbrig-weißes Nacre, das je nach Winkel sanftes Rosa, Blau und Grün aufblitzen lässt. Jedes Zifferblatt ist ein Unikat.

Weißes Perlmutt ist der häufigste und klassischste Farbton in der Nacre-Familie. Gewonnen wird es vor allem aus der Innenschale der Pinctada-maxima-Auster, und es besteht aus mikroskopisch dünnen, ziegelartig geschichteten Lagen aus Kalziumkarbonat. Genau diese Struktur bricht das Licht und erzeugt das schillernde Spiel, das Sammler so schätzen. Der milchig-weiße Grund bleibt nie ruhig: Dreht man das Handgelenk, wandern zarte rosa, blaue und grüne Reflexe über die Oberfläche. Da es ein Naturmaterial ist, gleicht kein Zifferblatt dem anderen, und die feine Maserung gehört zum Reiz.

Die Herstellung verlangt Geduld. Die Schale wird in dünne Blätter von etwa 0,2 bis 0,5 mm geschnitten, dann auf CNC-Maschinen zu runden Zifferblatt-Rohlingen gefräst, und ein einziges Zifferblatt kann vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Weißes Perlmutt ist weich und spröde, deshalb sitzt fast immer ein Saphirglas darüber. Echte Beispiele finden sich quer durch den Markt: Rolex bietet weißes Perlmutt mit Diamantbesatz in der Datejust 31, 36 und 41 (etwa Datejust 41 Ref. 126334 oder Lady-Datejust 31 Ref. 278384RBR); die Omega Constellation in 28mm kombiniert weißes Perlmutt mit Diamantindexen, ein Modell aus Stahl und Gelbgold wie Ref. 131.25.28.60.55.002 liegt bei rund 9.000 Euro; und Cartier setzt weißes Perlmutt in der Linie Ballon Blanc und Ballon Bleu ein.

Die Preisspanne ist breit, was die Kategorie zugänglich macht. Einstiegsmodelle wie die Tissot Lovely und Desir liegen oft bei 400 bis 600 Euro, Quarz-Longines und die Frederique Constant Classics Slimline bei etwa 900 bis 1.650 Euro. Nach oben reichen Rolex Datejust mit weißem Perlmutt je nach Größe, Metall und Diamantbesatz von etwa 4.200 bis 40.000 Euro. Achten Sie beim Kauf auf Maserung und Farbspiel, denn jedes Stück ist wirklich anders. Saphirglas schützt vor Kratzern, gegen einen harten Stoß bleibt das Zifferblatt aber empfindlich.

Weißes Perlmutt passt zu Sammlern, die etwas Ruhigeres als ein glänzendes weißes Lack-Zifferblatt suchen, zugleich aber etwas Lebendigeres als ein flaches Silber. Meist sitzt es in kleineren, feineren Gehäusen mit Diamantindexen, was den klassisch-femininen Charakter erklärt; sein neutrales Weiß funktioniert jedoch ebenso unter Bicolor- oder Weißgoldgehäusen. Wer absolut gleichmäßige Farbe erwartet, sollte wissen: Das ist organisch gewachsen, und die leichte Variation von Stück zu Stück ist die Signatur, nicht ein Fehler.

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