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Silberweiß

Silberweiß liegt zwischen reinem Weiß und kühlem Silber und entsteht meist durch eine Silberbeschichtung, die in den meisten Lichtsituationen weiß wirkt. Opalin und Sunburst unterscheiden sich dabei deutlich.

Silberweiß ist eine der feineren Nuancen in der Welt der Zifferblattfarben: ein Ton, der weder klar weiß noch kühl metallisch silbern ist, sondern ein weicher Mittelweg. In den meisten Fällen entsteht der Effekt durch ein Opalin-Finish, bei dem der Zifferblattrohling galvanisch mit Silber beschichtet und so lackiert wird, dass je nach Licht ein sanft schimmerndes Weiß, Cremeweiß oder leicht silbriges Bild entsteht. Sunburst-Silberzifferblätter sind der lautere Verwandte: Eine radiale Bürstung wirft das Licht von der Mitte nach außen, sobald sich das Handgelenk bewegt, während Opalin ruhig und eher statisch bleibt. Genau diese Nuance lieben Hersteller von Dress Watches, weil die Farbe je nach Licht ihren Charakter ändert, ohne aufdringlich zu sein.

Echte Beispiele zeigen die Bandbreite gut. Die Grand Seiko Snowflake SBGA211 baut ihr texturiertes weißes Zifferblatt durch eine Silberbeschichtung mit einer Toleranz von einem Mikron auf, kombiniert mit einem 41-mm-Gehäuse aus High-Intensity-Titan, dem Spring Drive Kaliber 9R65 und 72 Stunden Gangreserve, und liegt bei rund 5.800 Euro. Die Rolex Datejust bietet eine silberne Sunburst-Variante, wobei eine Datejust 41 aus Stahl gebraucht etwa 10.000 bis 13.500 Euro kostet, der Boutiquepreis aber deutlich höher liegt. Im oberen Bereich kombiniert die Patek Philippe Calatrava 5212A ein Stahlgehäuse mit silbernem Opalin-Zifferblatt für etwa 38.000 Euro, während die nicht mehr produzierte 5153G aus Weißgold mit Silberzifferblatt heute bei rund 32.000 Euro gehandelt wird.

Beim Kauf sollten Sie zuerst das Finish klären: Opalin ist matt und ruhig, Sunburst liefert das gerichtete Aufblitzen. Silberweiß ist auf einer kleinen Uhr ein heikler Untergrund, denn die Ablesbarkeit leidet, wenn Indizes und Zeiger zu wenig Kontrast bieten. Bevorzugen Sie deshalb Modelle mit applizierten Indizes und einem dunkleren Rehaut oder gedruckten Minutenring. Die Farbe harmoniert mit Marine, Grau und Braun sowie mit Gelb- und Weißmetallen, was sie zur sicheren Wahl macht, wenn Sie nur eine gute Uhr besitzen. Bei Vintage-Stücken driftet das Zifferblatt mit der Zeit oft ins Cremefarbene: das ist Charakter, kein Mangel.

Innerhalb der Kategorie zählt der Unterton. Reines Opalinweiß kann ins Elfenbein neigen, wie bei der Grand Seiko Elegance SBGW231, heute gebraucht etwa 3.000 bis 3.800 Euro, während ein silbrig-weißer Sunburst sportlicher und reflektierender wirkt. Welcher Ton zu Ihnen passt, hängt von Hautton, Bandfarbe und davon ab, ob Sie die Uhr eher tags oder abends tragen.

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