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Guilloché
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Guilloché

Guilloché ist die Kunst, feine, sich wiederholende geometrische Muster mit einer Rose-Engine in ein Zifferblatt zu schneiden. Die Textur fängt das Licht, schafft Tiefe und reicht von Breguets Goldzifferblättern bis zu erschwinglichen Independents.

Guilloché, auch Guillochieren genannt, bedeutet, feine, sich wiederholende geometrische Muster mit einer Rose Engine oder einem Geradlinienapparat über austauschbare Rosetten in ein Zifferblatt oder eine Metalloberfläche zu schneiden. Das Handwerk ist älter als die Uhrmacherei: Schon ab Mitte des 18. Jahrhunderts schmückte es goldene und silberne Tabakdosen und Étuis. Abraham-Louis Breguet brachte es um 1786 auf das Zifferblatt und machte es zum Standard, und für ihn war es keine reine Zierde. Die feine Textur brach die Reflexe unter den Zeigern und verbesserte die Ablesbarkeit. Die klassischen Motive sind Clous de Paris (Hobnail), Grain d'orge (Gerstenkorn), Soleil (Sonnenschliff) und Wellen, während Flinqué transluzides Email über einem Guilloché-Grund bezeichnet.

Im oberen Segment ist Breguet der Bezugspunkt. Die Classique Extra-Thin 5157 in Gold mit handgraviertem Hobnail-Zifferblatt liegt bei etwa 22.100 Dollar, während die Classique Souscription 2025 mit Grand-Feu-Emailzifferblatt bei rund 52.800 Euro angesiedelt ist. Patek Philippe verbindet das Clous-de-Paris-Motiv mit der Calatrava-Linie; die Weißgold-5328G-001 trägt diese Guillochierung auf der 41-mm-Lünette und kostet im Handel etwa 70.700 Dollar. Vacheron Constantins Traditionelle Tourbillon Perpetual Calendar kombiniert ein Goldzifferblatt mit einem Jubiläums-Guilloché in einer Auflage von 127 Stück. Darunter bietet die Atelier Wen Perception ein echtes, von Hand auf der Rose Engine geschnittenes Zifferblatt aus der Werkstatt von Meister Cheng Yucai für unter 4.000 Dollar; ein Zifferblatt braucht rund acht Stunden.

Die erste Frage beim Kauf lautet, wie das Muster entstanden ist. Echtes Hand-Guilloché wird Linie für Linie auf der Rose Engine geschnitten und gibt im wandernden Licht ein lebendiges, scharfes Funkeln; CNC-gefräste oder geprägte Muster wirken sauber, aber flacher und weicher. Unter 1.000 Dollar sind CNC- oder Prägezifferblätter von Marken wie Zelos ein ehrlicher Einstieg, nur erwarten Sie nicht das Spiel echter Handarbeit. In der Mitte beginnt Torsti Laines V38 bei rund 10.500 Dollar und legt von Hand geschnittene Muster über ein hochwertiges Vaucher 5401. An der Spitze startet Kari Voutilainens Vingt-8 bei etwa 80.000 Dollar.

Ein Guilloché-Zifferblatt lebt am Handgelenk über den Tag, nicht unter einem festen Schaufensterlicht, sehen Sie es daher möglichst in Bewegung. Ein schlichtes Soleil reicht für alltägliche Eleganz völlig aus, während ineinandergreifende Mehrfachmuster und Flinqué-Email teurer und festlicher wirken. Wenn eine Marke nicht klar sagt, ob die Arbeit von Hand oder per CNC entstand, bedeutet dieses Schweigen meist CNC.

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