Eine Höhenmesseruhr zeigt Ihnen über den Luftdruck an, wie hoch Sie sich befinden, denn der Druck sinkt mit zunehmender Höhe in berechenbarer Weise. Geboren wurde die Kategorie 1962 mit der Favre-Leuba Bivouac, der ersten mechanischen Armbanduhr mit Höhenmesser und Aneroid-Barometer. Kleine Metallkapseln, die sich mit dem Druck dehnen und zusammenziehen, treiben einen Zeiger über eine Lünette, die bis 3.000 Meter Höhe reicht, mit einer inneren Skala in mmHg. Paul-Emile Victor trug sie in der Antarktis, und Junko Tabei hatte 1975 bei ihrer Everest-Besteigung eine Bivouac am Handgelenk. Das Handaufzugswerk FL251 im Inneren machte sie zu einem echten Instrument, nicht zu einer Spielerei.
Heute teilt sich das Feld in drei Lager. Mechanisch belebte Favre-Leuba die Idee mit der Raider Bivouac 9000, vorgestellt 2017 auf der Baselworld und in der Lage, die Höhe mechanisch bis 9.000 Meter zu messen. Bei den analog-digitalen Instrumenten arbeitet die Breitling Aerospace Evo mit einem COSC-zertifizierten SuperQuartz Kaliber 79 in einem 43mm-Titangehäuse, mit kronengesteuertem Chronograph, Countdown-Timer, zweiter Zeitzone, Alarm und Minutenrepetition; der Neupreis lag 2024 bei rund 4.400 bis 4.600 Euro, gebraucht etwa 2.400 bis 4.900 Euro. Das eigentliche Volumen liegt bei den digitalen ABC-Uhren: Die Casio Pro Trek PRW-6900 liest mit ihrem Triple Sensor die Höhe von minus 700 bis 10.000 Meter, speichert 30 Messwerte und läuft solar mit Multi-Band-6-Funkempfang. Der Listenpreis liegt bei rund 520 Euro, fiel 2025-2026 aber auf 312 bis 391 Euro. Die günstigere PRG-340 kostet etwa 250 Euro, die Suunto Core liegt bei 200 bis 230 Euro und hält mit einer einzigen CR2032-Zelle 12 bis 18 Monate.
Der Kauf hängt davon ab, wie Sie die Uhr nutzen. Barometrische Höhenmesser sind kalibriert auf etwa 3 bis 15 Meter genau, driften aber mit dem Wetter: Ein Druckabfall von 4 hPa vor einem Sturm wird als rund 36 Meter Scheinanstieg gelesen, auch wenn Sie sich nicht bewegen. Deshalb müssen Sie tagsüber an bekannten Höhen nachkalibrieren, an einem Wegweiser oder einer Gipfelmarke. GPS-Höhe ist mit rund 120 Metern ungenauer, driftet aber nicht, weshalb Uhren wie die Garmin Instinct 2 beide Verfahren kombinieren. Für reines Wandern und Bergsteigen ist eine ABC-Uhr mit langer Laufzeit wie die Suunto Core oder eine solare Pro Trek die vernünftige Wahl. Wer Fliegerei-Erbe und Alltagseleganz in einer Uhr will, sollte die Breitling Aerospace ins Auge fassen.
Aus Sammlersicht sind mechanische Höhenmesser eine eigene stille Leidenschaft. Vintage-Referenzen der Favre-Leuba Bivouac wie die 53203 erzielen bei Auktionen ernsthafte Summen, und weil die Aneroid-Kapsel empfindlich und schwer zu warten ist, entscheidet der Zustand über alles. Wenn Sie schlicht verlässliche Höhendaten am echten Berg wollen, bleibt eine solare digitale Pro Trek der sicherste Einstieg, beim Preis wie bei der Robustheit.