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Militär-Feld
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Militär-Feld

Militär-Feld Uhren sind Felduhren nach echten Streitkräfte-Spezifikationen oder originaltreue Hommagen daran. Feste Bandstege, Tritium-Markierungen und ein 12/24-Zifferblatt sind hier Vorschrift und kein Styling, sondern echte Einsatzanforderung.

Militär-Feld ist eine eigene Ecke der Felduhren-Welt: nicht bloß zivile Modelle in Erdtönen, sondern Uhren nach echten militärischen Beschaffungsspezifikationen oder buchstabengetreuen Hommagen daran. Die Linie ist klar. 1942 ließ die US-Spezifikation A-11 Bulova, Elgin und Waltham gut ablesbare, robuste Uhren mit etwa +/- 30 Sekunden Gangabweichung pro Tag bauen. Für die britischen Streitkräfte lieferten 1944 und 1945 zwölf Schweizer Hersteller (Buren, Cyma, Eterna, Grana, Jaeger-LeCoultre, Lemania, Longines, IWC, Omega, Record, Timor und Vertex) die später als Dirty Dozen bekannten Uhren: schwarzes Zifferblatt, arabische Ziffern, kleine Sekunde bei sechs, Eisenbahn-Minuterie und auf dem Boden die Prägung WWW (Watch, Wrist, Waterproof). Der amerikanische Faden lief mit MIL-W-46374 weiter, erstmals veröffentlicht am 30. Oktober 1964, die feste Stege, Tritium-Leuchtmasse und nüchterne Ablesbarkeit festschrieb; die B-Revision von 1976 fügte das Strahlungssymbol auf dem Zifferblatt hinzu.

Die Marke, die diese Nische heute am wörtlichsten verkörpert, ist Marathon. Das kanadische Unternehmen beliefert die alliierten Streitkräfte seit 1941 und hält weiterhin aktive Militärverträge. Die General Purpose Mechanical (GPM) wird nach MIL-PRF-46374G Type II gebaut: ein 34mm Gehäuse aus schlagfestem Composite-Fibreshell, Tritium-Gasröhrchen, die ohne vorheriges Licht leuchten, rund 525 Euro. Die Hamilton Khaki Field Mechanical 38mm ist eine direkte Nachfahrin alter US-Issue-Uhren, mit dem Handaufzug-Kaliber H-50 und bis zu 80 Stunden Reserve, etwa 595 Euro in Stahl und 895 Euro in Bronze. Wer es periodentreuer mag, greift zur Praesidus A-11 (NH35 Automatik, in den USA montiert) oder zur Schweizer Vertex M100, einer Verbeugung vor dem eigenen Dirty-Dozen-Erbe. Und wer eine echte Issue-Uhr will, findet sie in der CWC G10, seit 1980 unter MoD-Vertrag gefertigt.

Vor dem Kauf sollten Sie entscheiden, was Sie wirklich wollen: die Militär-Feld Optik oder echte Issue-DNA. Das führt in verschiedene Richtungen. Für die Optik ist Hamilton beim Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen. Für echtes Tritium und einen laufenden Vertrag steht Marathon. Feste Bandstege sind robust, machen den Bandwechsel aber mühsam, das sollten Sie vorher wissen. Beim Glas steckt Saphir Kratzer deutlich besser weg als Acryl, doch Acryl federt bei Schlägen, statt zu splittern, und passt zur Vintage-Treue. Ein 12/24-Zifferblatt erleichtert das Ablesen der Militärzeit, der innere 24-Stunden-Ring kann jedoch unruhig wirken. Größen von 34 bis 38mm sind der historisch korrekte Bereich; 42mm und mehr tragen sich am modernen Handgelenk bequemer, sind aber nicht periodentreu.

Für wen das passt: für jeden, der eine schlichte, funktionsorientierte Uhr ohne Allüren sucht. Auch innerhalb der Nische gibt es eine Trennlinie. Sie wählen zwischen voller Vintage-Treue (Acryl, feste Stege, kleines Gehäuse) und Alltagstauglichkeit (Saphir, schnell wechselbare Bänder, 100m). Quartz-Issue wie die CWC G10 bietet wartungsfreie Präzision; mechanische Issue-Uhren wie die Hamilton oder Marathon GPM bewahren die Seele der Uhrmacherei. Es gibt keine falsche Wahl, nur die für Ihre Absicht richtige.

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