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Mondphase
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Mondphase

Die Mondphase zählt zu den ältesten und poetischsten Komplikationen der Uhrmacherei und zeigt den Mondzyklus durch ein kleines Fenster im Zifferblatt. Hier die echten Modelle, die mechanischen Unterschiede und Tipps zur richtigen Wahl.

Eine Mondphase zeigt den Weg des Mondes von Neumond zu Vollmond und zurück, meist über eine Scheibe und ein Fenster oberhalb der Sechs. Ihre Wurzeln reichen bis zum Antikythera-Mechanismus um 150 v. Chr. zurück, und sie wanderte von der Taschenuhr als stille, romantische Anzeige ans Handgelenk. Die klassische Variante rundet den Mondmonat auf 29,5 Tage, weshalb sie etwa alle zwei Jahre, sieben Monate und zwanzig Tage um einen Tag abweicht. Die Präzisions- oder astronomische Variante verzahnt den Zyklus auf 29,53059 Tage und dehnt das Korrekturintervall auf rund 122 Jahre. Diese Zahl von 122 Jahren wurde zum Bezugspunkt, nachdem Kurt Klaus in den 1980er Jahren bei IWC das Räderwerk des Da Vinci Ewigen Kalenders berechnet hatte.

Echte Beispiele decken jedes Budget ab. Die Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Moon ist nur 9,3 mm flach, automatisch, trägt eine 122-Jahre-Präzisionsmondphase und liegt bei etwa 11.000 Euro, für mich noch immer einer der klügsten Käufe einer Dress Watch. Die Saxonia Moon Phase von A. Lange & Söhne nutzt das Kaliber L086.5 mit einer patentierten tiefblauen Goldscheibe und weicht erst nach rund 122,6 Jahren um einen Tag ab, bei etwa 40.000 Euro. Bei Patek Philippe liegt die 5396 Annual Calendar Moon Phase nahe 63.600 Euro, eine gebrauchte 5054 Power Reserve Moonphase wechselt um die 25.000 Euro. Günstiger gibt es die Frederique Constant Classics Moonphase Quartz oft zwischen 400 und 500 Euro, die Manufakturversion mit eigenem FC-712 Kaliber bei rund 2.900 Euro, und die Orient Sun and Moon bietet für ein paar Hundert Euro eine Automatik mit Saphirglas und Sichtboden.

Beim Kauf zählt zuerst der Mechanismus. Für die meisten reicht die klassische 29,5-Tage-Scheibe völlig; eine Präzisionsmondphase ist eher Sammlerstolz und der Komfort, fast nie korrigieren zu müssen. Ebenso wichtig ist die Verarbeitung der Mondscheibe: lasergestochene echte Sterne oder ein handbemalter galvanisch-blauer Grund wirken völlig anders als ein billig bedruckter Himmel. Achten Sie auch auf die Einstellmethode, denn ein versenkter Korrekturdrücker am Gehäuse ist mühsamer als eine Justage über die Krone. Bleibt die Uhr stehen, müssen Sie die Phase neu setzen, weshalb sich für Gelegenheitsträger ein Winder oder eine leichte Korrektur lohnt.

Die Mondphase begegnet Ihnen heute in drei Grundformen: als eigenständige Dress-Komplikation, als Begleiter in einem Jahres- oder Ewigen Kalender und als überdimensionierte oder doppelhemisphärische astronomische Interpretation. Häuser wie H. Moser & Cie, A. Lange & Söhne und Patek Philippe bauten Mechanismen mit über tausend Jahren Genauigkeit, und Andreas Strehlers Sauterelle à lune perpétuelle hält mit rund zwei Millionen Jahren einen Guinness-Rekord von 2014. Wählen Sie danach, ob Sie stille Eleganz oder echte astronomische Technik suchen.

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