Das NATO-Band verdankt seinen Namen der NATO Stock Number, unter der ein Nylonband des British Ministry of Defence katalogisiert wurde; die Spezifikation entstand 1973. Soldaten forderten es über ein G1098-Formular an, weshalb es auch G10 strap heißt. Die ursprüngliche Vorgabe war streng und nüchtern: Nylon nur in Admiralty Grey, 20mm breit, mit verchromter Messing-Schließe und Keepern. Was es von einem schlichten Nylonband unterscheidet, ist die zweilagige Konstruktion. Eine zweite, kürzere Nylonlage verläuft unter der Uhr durch die Keeper, sodass die Uhr auch dann sitzen bleibt, wenn ein Federsteg nachgibt. Historisch fertigte Phoenix Straps in Cardiff diese Bänder.
Die Beispiele decken eine große Preisspanne ab. Die Nylon-NATO-Bänder von Crown & Buckle beginnen im Einstieg bei rund 16 Euro und steigen für die Supreme- und Matt-Serien auf etwa 38 Euro, mit dichter Webung und großer Farbauswahl. Am anderen Ende verkauft Omega Polyamid-NATO-Bänder für die Seamaster für etwa 210 Euro; einige gestreifte Versionen entstehen aus recycelten Fischernetzen und tragen einen gravierten Seamaster-Keeper. Eine Kino-Randnotiz: Das gestreifte Band von Sean Connery in Goldfinger (1964) war ein Single-Pass-Band und technisch noch kein NATO, da die MoD-Spezifikation erst 1973 kam. Die Blu-ray-Restaurierung zeigte die Streifen in Marineblau, Oliv und Rot. Daniel Craigs Seamaster am Stoffband ist eine bewusste Anspielung darauf.
Beim Kauf zählen einige praktische Punkte. Am wichtigsten ist die Webung: ein mittelfestes, dicht gewebtes Nylon liegt flacher unter der Uhr als ein sehr weiches, schlaffes. Achten Sie auf Hardware aus Edelstahl und hitzeversiegelte Enden, die nicht ausfransen. Messen Sie die Bandanstoßbreite genau; 20mm und 22mm sind am häufigsten. Bedenken Sie, dass die untere Lage das Gehäuse leicht anhebt, sodass eine dicke Taucheruhr höher trägt als erwartet. Ein NATO-Band passt zu allen, die ein robustes, in Sekunden wechselbares Alltagsband wollen und mit einem lässigen Auftritt leben können.
Verwechseln Sie die Untertypen nicht. Ein RAF- oder Single-Pass-Band lässt die zweite Lage unter der Uhr weg und setzt das Gehäuse näher an die Bandanstöße. Ein Zulu hat schwerere, abgerundete Hardware für einen kräftigeren Auftritt. Elastische Marine-Nationale-Bänder wie das Erika's Originals MN, um die 90 Euro, sind eine eigene Familie, die dehnt und sich anpasst, aber kein echtes zweilagiges NATO ist. Wer maximale Sicherheit und schnellen Wechsel will, nimmt das echte NATO; wer ein flacheres Profil will, das Single-Pass.