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Florenz

Florenz ist eine uhrmacherische Herkunft, nicht nur eine Stadt: Heimat von Panerai seit 1860, der Bronzetaucher von Anonimo und italienischen Designs mit Schweizer Werken. Hier die echten Modelle und Preise.

Florenz wirkt in der Uhrmacherei wie ein Herkunftsstempel, ein Ort, an dem italienische Designsprache auf präzise Mechanik trifft. Der Faden beginnt 1860, als Giovanni Panerai am Ponte alle Grazie ein Geschäft eröffnete, das zugleich die erste Uhrmacherschule der Stadt war. Panerai entwickelte 1938 für die Regia Marina die Radiomir und ließ 1949 die Marke Luminor eintragen. Aus dieser militärischen Wurzel stammen die heute als florentinisch gelesenen Codes: dicke Kissengehäuse, der Kronenschutzbügel und ein gut ablesbares Sandwich-Zifferblatt. Die Produktion wanderte später ins schweizerische Neuchâtel, doch das kulturelle Zentrum liegt weiter an der Piazza San Giovanni, in der historischen Boutique gegenüber dem Dom.

Die Herkunft Florenz zeigt sich heute an konkreten Modellen. Die Panerai Luminor Marina startet im Verkauf bei rund 10.800 Euro, eine Einstiegs-Radiomir liegt nahe 5.000 Euro und gebraucht bei etwa 3.300 Euro. Die stadtbezogenen, von Hand gravierten Stücke spielen in einer anderen Liga: Die auf 99 Exemplare limitierte 47mm-Stahl-Radiomir Firenze 3 Days PAM00672 liegt bei rund 25.000 Euro, Gehäuse und Manufakturwerk von einem einzigen Graveur mit dem Motiv der florentinischen Lilie verziert. Anonimo, 1997 von Federico Massacesi gegründet, übernahm Panerai-Uhrmacher und die Gehäusewerkstatt Ambucchi; die Epurato Bronze (42mm, Schweizer SW200-1) liegt bei etwa 2.990 Schweizer Franken, eine Nautilo Bronze findet sich gebraucht um 1.750 Euro. Visconti und Giuliano Mazzuoli ergänzen die Linie.

Wer eine Uhr mit dem Stempel Florenz kauft, sollte zuerst das Produktionsmodell verstehen. Viele dieser Marken gestalten und montieren in Florenz, verwenden aber ein Schweizer Werk, was Service und Ersatzteile später erleichtert. Bei Anonimo werden die Bronzegehäuse weiter in Florenz gefertigt, die Montage erfolgt jedoch seit 2013 in der Schweiz. Panerais große Gehäuse, meist ab 44mm, tragen sich an schmalen Handgelenken schwer, deshalb vor dem Kauf anprobieren. Die handgravierten Firenze-Editionen sind Sammlerstücke; wer eine Alltagsuhr sucht, fährt mit einer Standard-Luminor oder einer Bronze-Anonimo besser.

Unter dem Begriff Florenz stehen mehrere Charaktere. Panerai trägt das marine-militärische Erbe und eine markante Präsenz am Handgelenk. Anonimo ist die zugänglichere Stimme, geprägt von Bronzetauchern, die Patina ansetzen. Visconti spiegelt das gestalterische Auge von Dante Del Vecchio wider, übertragen aus dem Füllfederhalterbau seit 1988. Giuliano Mazzuoli bietet aus der Werkstatt in Tavarnelle Val di Pesa eine Nische mit der vom Manometer inspirierten Manometro (rund 2.500 Euro) und der vom Alfa Romeo abgeleiteten Contagiri. U-Boat aus Lucca ist über sein Geschäft am Ponte Vecchio und Florenz-Sondereditionen mit der Region verbunden.

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