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Iwate (Morioka)

Iwate (Morioka) verweist auf Shizukuishi, wo Grand Seikos mechanische 9S-Kaliber von Hand justiert werden. Das Mt.-Iwate-Zifferblatt, Hi-Beat-GMTs und das 9SA5 stammen aus dieser Ecke Japans.

Iwate (Morioka) ist kein Uhrenstil, sondern der geografische Ursprung von Grand Seikos mechanischem Herz. Im Ort Shizukuishi in der Präfektur Iwate gründete Daini Seikosha 1970 Morioka Seiko Instruments, die Fabrik nahm 1971 den Betrieb auf. Heute entstehen dort hochwertige Mechanikuhren neben analogen Quarzwerken. Das ursprüngliche Shizukuishi Watch Studio wurde 2004 eingerichtet, und im Juli 2020 öffnete ein neues, vom Architekten Kengo Kuma gestaltetes Grand Seiko Studio Shizukuishi zum 60-jährigen Jubiläum der Marke. Hier justieren Uhrmacher Werkteile von Hand auf Toleranzen von einem Hundertstelmillimeter, und MEMS-Technologie fertigt die Präzisionsteile für das Kaliber 9S. Eine Unterscheidung ist wichtig: Iwate baut ausschließlich die mechanischen 9S-Kaliber, während Spring Drive (9R) und Quarz (9F) aus dem Shinshu Watch Studio in Nagano kommen.

Iwates Handschrift lebt in der 1998 vorgestellten 9S-Familie. Hi-Beat-36000-GMT-Modelle wie die SBGJ201 und SBGJ203 verbinden das auf 1967 zurückgehende 44GS-Gehäuse mit dem Mt.-Iwate-Zifferblatt, dessen Rillen vom durch die Studiofenster sichtbaren Berg inspiriert sind, und nutzen das Kaliber 9S86 mit 36.000 bph, +5/-3 Sekunden pro Tag und rund 55 Stunden Reserve. Die SBGJ201 liegt bei etwa 6.000 Euro, die SBGJ203 wechselt gebraucht für etwa 3.400 bis 7.000 Euro den Besitzer. An der Spitze steht die White Birch SLGH005 mit dem markeneigenen Automatikkaliber 9SA5, dessen Dual Impulse Escapement und Zwillingsfederhäuser 36.000 vph und etwa 80 Stunden Reserve liefern, für rund 9.500 Euro.

Beim Kauf aus dieser Herkunft sollten Sie einen praktischen Punkt beachten: Steht auf Zifferblatt oder Inserat Spring Drive, stammt das Stück aus Nagano, nicht aus Iwate, prüfen Sie also den Sekundenlauf und die Kalibernummer. Ein Kaliber, das mit 9S beginnt, ist die Shizukuishi-Handschrift. Die Hi-Beat 9S85 und 9S86 wollen häufigeres Aufziehen und belohnen mit dem klassischen tickenden Sekundenzeiger; das 9SA5 bringt eine modernere Architektur und längere Reserve. Nähe zum Grand-Seiko-Servicenetz hilft bei der Justierung, und auf dem Gebrauchtmarkt bewegen Box, Papiere und ein sauberer Servicenachweis den Preis spürbar.

Für das Sammlerauge ist Iwate das stille, in Natur getauchte Gesicht japanischer Mechanik-Uhrmacherei. Selbst die Werkbrücke ist der Silhouette des Mt. Iwate und einer Biegung des am Studio vorbeifließenden Shizukuishi-Flusses nachempfunden. Die für Besucher geöffnete Fabrikführung des Studios bestätigt, dass diese Details echte Produktionsphilosophie und kein Marketing sind. Wer eine in Iwate gefertigte 9S-Uhr sucht, stellt nicht die Frage nach der Marke, sondern nach Kaliber und Zifferblatt.

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