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Shanghai

Shanghai ist die Stadt, in der Chinas Uhrmacherei begann. Von der A581 von 1958, der ersten heimischen Armbanduhr, bis zur 7120 bietet dieser Ursprung Sammlererbe und ein lebendiges, heute kaufbares Sortiment.

Shanghai ist kein Stil und keine Komplikation, sondern ein Ursprung: der Ort, an dem Chinas erste echte Armbanduhren entstanden. Vor 1955 bestand die chinesische Uhrenfertigung vor allem aus dem Import von Werken, die lokal eingeschalt wurden, und dieses Gewerbe konzentrierte sich in Shanghai. Das Büro für Leichtindustrie und der Uhrenindustrieverband Shanghais organisierten 58 Betriebe, um eine vollständig in China gefertigte Uhr zu entwickeln. 1958 wurde die Shanghai Uhrenfabrik fertiggestellt, Chinas erste, und im selben Jahr entstand die A581, das erste kommerzielle Modell, dessen Name das erste Werk des Jahres 1958 bezeichnet. Im ersten Jahr wurden nur 13.600 Stück gefertigt, und als am 1. Juli 1958 im Dritten Kaufhaus Shanghais 100 Stück in den Verkauf gingen, waren sie bei Türöffnung ausverkauft.

Zwei Referenzen prägen diesen Ursprung. Die A581 ist eine schlichte Dress-Uhr der 1950er mit Dauphine-Zeigern, klarem Zifferblatt und dem Logo in Form des Fabrikgebäudes; Premier Zhou Enlai kaufte bekanntlich eine für 120 Yuan. Heute kostet die A581 Reissue rund 250 Euro, mit 34,5-mm-Gehäuse aus 316L-Stahl, einem handaufzugsbasierten Shanghai-Kaliber SS7/7120 (17 Steine, 21.600 vph) und einem doppelt gewölbten Acrylglas. Die 7120, 1971 für Kosten und Kapazität neu gestaltet und millionenfach gebaut, zählt zu den bekanntesten chinesischen Uhren des 20. Jahrhunderts. Die moderne Legacy/Echoes 39 mm interpretiert sie neu, mit kissenförmigem Stahlgehäuse, einem Automatikkaliber 2130 (28 Steine, 42 Stunden Gangreserve) und Saphirglas, um die 500 Euro. An der Spitze stehen ein auf 700 Stück limitiertes Tourbillon (Sea-Gull ST8230, 41 mm) und das Double Tourbillon, Beleg für echten technischen Ehrgeiz.

Beim Kauf trennen Sie zwei Welten. Auf der Vintage-Seite sind originale 7120- und A581-Gehäuse günstig, doch Zifferblatt-Originalität, Leuchtmasse und Servicehistorie sind oft unklar; prüfen Sie das Acrylglas auf Risse und achten Sie auf getauschte Zeiger. Modern nutzt Shanghai für einfache Dreizeiger Seagull-Werke und fertigt zugleich eigene Kaliber. Die Uhren passen zu Käufern mit Sinn für Geschichte, die klassische Proportionen unter 38 mm mögen und die Wurzel der chinesischen Uhrmacherei berühren wollen. Die Kompromisse: geringe Wasserdichtigkeit, empfindliche Acrylgläser bei Vintage-Stücken und ein dünnes After-Sales-Netz im Westen.

Lesen Sie Shanghai als Ursprung nicht nur als Nostalgie. Nach dem Niedergang in den 1980ern gegen ausländische Marken und Quarz kehrte das Label SHANGHAI 2021 in den Milliarden-Yuan-Club der heimischen Marken zurück. Das aktuelle Sortiment bietet 7120- und A581-Hommagen in 39 mm und 31 mm sowie Schaustücke wie Tourbillons. Eine Shanghai in die Sammlung zu nehmen heißt, die Geburtsurkunde der chinesischen Armbanduhr in der Hand zu halten.

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