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Suwa (Nagano)

Suwa (Nagano) ist Seikos zweites Werk, mitten in Zentraljapan gelegen. Hier entstanden die erste Grand Seiko und die erste Quarzarmbanduhr der Welt, der Astron, im scharfen Wettstreit mit dem Werk in Tokio.

Suwa (Nagano) ist der nicht-Tokioter Flügel der Seiko-Geschichte und eine der folgenreichsten Adressen der Uhrmacherei des 20. Jahrhunderts. Der Ursprung liegt 1942, als Hisao Yamasaki, ein früherer Hattori-Mann, in der Region Suwa in Nagano die Daiwa Kogyo gründete. 1943 begann Daini Seikosha dort die gemeinsame Fertigung, und 1959 verschmolz Daiwa Kogyo mit dem Suwa-Werk von Daini zur Suwa Seikosha Co., Ltd. Seiko führte Daini in Tokio und Suwa in Nagano als rivalisierende Firmen, denen das Teilen von Teilen, Konstruktionen oder Personal untersagt war, und dieser harte interne Wettstreit trieb die japanische Uhrmacherei rasch voran. Ein kleines 'Suwa' auf einem alten Zifferblatt ist der konkrete Beleg dafür, dass eine Uhr aus dieser Nagano-Linie stammt.

Die Meilensteine mit Suwas Handschrift sind gewichtig. Die allererste Grand Seiko von 1960 nutzte Suwas handaufzugsfähiges Kaliber 3180 mit 25 Steinen. Die erste Quarzarmbanduhr der Welt, die Seiko Quartz Astron, folgte auf einen Suwa-Prototypen von 1967 und wurde am 25. Dezember 1969 in Tokio vorgestellt, mit einer Genauigkeit von fünf Sekunden pro Monat. Auf der Vintage-Seite ist das bekannteste Suwa-signierte Stück der 6105 Diver: der asymmetrische 6105-8110, der 'Captain Willard' aus Apocalypse Now, der bei Chrono24 von 2024 bis 2026 meist zwischen rund 1.200 Euro und 3.400 Euro liegt, im Schnitt etwa 2.100 Euro.

Wer eine Suwa-signierte Uhr kauft, sucht Vintage-Seiko. Beim 6105-8110 achten Sie auf ein ungeschliffenes asymmetrisches Gehäuse, ein originales Suwa-Zifferblatt, das korrekte Werk 6105B und eine saubere Servicehistorie; ein neu lumiertes Zifferblatt oder eine Aftermarket-Lünette drückt den Wert deutlich. Gemischte Bauweisen, ein Suwa-Zifferblatt mit einer Daini-signierten Brücke, sind zeittypisch und kein Mangel. Diese Nische passt zum Sammler, der die industrielle Rivalität hinter der japanischen Uhrmacherei in der Hand halten will und Herkunft über Datenblätter stellt.

Suwa Seikosha lebt heute als Seiko Epson weiter, noch immer in Nagano, und führt das Erbe in Quarz- und Drucktechnik fort. Ein Großteil der modernen Grand-Seiko- und Spring-Drive-Fertigung stammt historisch aus dieser Nagano-Schule, daher ist 'Suwa' nicht nur eine alte Zifferblattsignatur, sondern der Name einer Fertigungskultur, die nie aufgehört hat.

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