Ein Perlon-Band ist ein halbtransparentes Uhrenband, das aus feinen Nylonfäden in einem offenen, leiterartigen Geflecht gewebt wird, statt aus einem einzelnen flachen Streifen geschnitten zu sein. Das Material ist ein Polyamid, das Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt wurde, und "Perlon" war ursprünglich ein eingetragener Markenname für dieses Nylon. Der praktischste Vorteil des offenen Gewebes ist einfach: Es gibt keine festen Löcher, der Dornstift rutscht an jede gewünschte Stelle des Geflechts, was eine präzise Feinverstellung ermöglicht, wenn das Handgelenk im Tagesverlauf anschwillt. Leicht, atmungsaktiv und schnell trocknend verbreitete sich Perlon in den 1960er und 70er Jahren auf europäischen Sport- und Taucheruhren und wirkt an einer Vintage-Feld- oder Taucheruhr bis heute stimmig.
Der Referenzname ist hier Eulit, 1924 in Deutschland gegründet und bis heute in Bayern webend. Eulits Kristall ist das feinste Geflecht der Reihe und hält das Band dünn und geschmeidig, während das zweiteilige Palma und Palma Pacific ein etwas gröberes, sichtbareres Gewebe zeigen. Die Preise bleiben erfreulich niedrig: Das Kristall liegt bei etwa 22 Euro, das zweiteilige Palma Pacific bei rund 27 Euro, die meisten Eulit-Perlons bewegen sich zwischen 20 und 28 Euro. Wer es feiner mag, bekommt bei Phenomenato Perlon auf Bestellung mit dichterem HD Weave und 316L-Beschlägen, was einen echten Aufpreis und Wartezeit bedeutet, dafür aber ein massiveres Band in der Hand.
Die erste echte Entscheidung lautet Single-Pass oder zweiteilig. Ein Single-Pass-Perlon läuft als ein Stück unter dem Gehäuseboden, hält das Profil flach und bewahrt die Uhr entscheidend am Handgelenk, falls ein Federsteg versagt, weshalb ich es an Tauchern und Alltagsuhren greife. Zweiteilige Versionen geben ein klassischeres Bild. Da Perlon dünn und flexibel ist, schmeichelt es kleineren Dress- und Feldgehäusen im Bereich von 36 bis 40 mm und glänzt bei Hitze; an einer sehr schweren Taucheruhr können die gewebten Enden mit der Zeit ausfransen, also wählen Sie ein Band mit sauber thermisch verschweißten Spitzen.
Für wen eignet es sich? Wer im Sommer das heiße Metallband ablegen, schwimmen oder segeln will, ohne die Uhr zu schonen, und dabei die feine Verstellung schätzt, findet im Perlon-Band ein günstiges, sehr wertiges Upgrade. Eine Warnung: Die MN-Bänder von Erika's Originals werden oft zu Perlon gezählt, sind aber ein elastisches Marine-Nationale-Gewebe, kein klassisches gewebtes Perlon, das sollte man beim Kauf im Hinterkopf behalten.