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Pforzheim
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Pforzheim

Pforzheim ist die Goldstadt Deutschlands, ein Uhrenzentrum am Rand des Schwarzwalds. Stowa, Laco, Aristo und Circula halten hier eine leisere, bezahlbarere deutsche Tradition am Leben, fernab der Hochkomplikationen Glashüttes.

Pforzheim ist eine eher unscheinbare Stadt am Nordrand des Schwarzwalds bei Stuttgart, und doch ist ihr Gewicht in der Uhrmacherei weit grösser als ihre Grösse vermuten lässt. Das Schmuck- und Uhrengewerbe wurde hier 1767 von Markgraf Karl Friedrich von Baden begründet, woher der Beiname Goldstadt rührt; im Ausland sprach man zeitweise sogar vom kleinen Genf. Während Glashütte seinen Ruf auf hohe Komplikationen baute, lag die Stärke Pforzheims stets im Industriellen: Gehäuse- und Zifferblattfertigung, Serienproduktion und ehrliche Uhren zu erschwinglichen Preisen. In den 1970er Jahren arbeiteten fast 30.000 Menschen in der Pforzheimer Uhrenindustrie.

Der Name, den die meisten heute mit Pforzheim verbinden, ist Stowa. 1927 von Walter Storz in Hornberg gegründet und 1935 nach Pforzheim verlegt, ist die Marke bekannt für die Antea, eine Wiederauflage eines Bauhaus-Entwurfs der 1930er Jahre, sowie für Flieger-Uhren aus der Kriegszeit; übliche Preise liegen bei rund 1.000 bis 1.600 Euro. Laco, 1925 als Lacher & Co. gegründet, war eines von nur fünf Unternehmen, die im Zweiten Weltkrieg Flieger für das Reichsluftministerium fertigten, neben IWC, A. Lange & Söhne, Stowa und Wempe. Lacos Fliegeruhren werden grösstenteils in Pforzheim von Hand montiert; Quarzmodelle beginnen bei etwa 300 Euro, die Replika 55 Erbstück liegt bei rund 6.000 Euro. Aristo, 1907 gegründet, und Circula, ein Familienbetrieb, der seit 1955 mechanische Werkzeuguhren baut, runden das Bild ab; die Circula ProTrail nutzt ein Sellita SW200 in einem gehärteten antimagnetischen Gehäuse für etwa 990 Euro.

Wer eine Pforzheimer Uhr kauft, sollte auf Ehrlichkeit statt auf Prunk achten. Die meisten Marken, gerade im Einstiegsbereich von Laco und Stowa, setzen auf Schweizer ETA- oder Sellita-Werke; das ist kein Kompromiss, sondern eine vernünftige Wahl, die den Service einfach hält. Wer einen Flieger sucht, sollte den Unterschied zwischen dem Baumuster-A-Zifferblatt mit klaren arabischen Ziffern und dem Baumuster B mit Minutenring auf einem inneren Kreis kennen. Für Bauhaus-Freunde ist die Stowa Antea eine schlichte, zeitlose Wahl. Wenn Budget und Servicefreundlichkeit wichtiger sind als Prestige, ist Pforzheim ein deutlich vernünftigerer Einstieg in die deutsche Uhrmacherei als Glashütte.

Eine Feinheit sei angemerkt: Nicht jede Pforzheimer Marke ist eine vollwertige Manufaktur. Jörg Schauer, der Stowa von 1996 bis 2021 besass, hielt auch den Werkenamen Durowe; Stowa gehört seit 2021 zu Tempus Arte. Jüngere Kooperationen wie die Laco x Circula ProLab von 2025 unterstreichen die 170 Jahre gemeinsamen Erbes der Stadt. Halten Sie Junghans oder Kienzle nicht für Pforzheimer Namen; beide stammen aus Schramberg im Schwarzwald.

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