Schleppzeiger ist die deutsche Bezeichnung für die Rattrapante, vom französischen rattraper, also einholen, und heißt auch Split-Seconds-Chronograph. Über den ersten Chronographenzeiger legt sich ein zweiter, dazu kommt ein zusätzlicher Drücker. Beim Start laufen beide Zeiger gemeinsam; betätigt man den Schleppzeiger-Drücker, bleibt einer stehen und man liest eine Zwischenzeit ab, beim erneuten Druck holt der gestoppte Zeiger den laufenden sofort wieder ein. Darunter arbeitet ein feines System aus Zange und Herzhebel, das einen Zeiger entkoppelt und anhält, ohne das Räderwerk zu stören, und ihn dann präzise zurücksetzt. Die Idee geht auf Joseph Thaddäus Winnerls separat stoppbaren Sekundenzeiger um 1831 und auf Adolphe Nicoles Arbeiten zur Chronographen-Nullstellung im 19. Jahrhundert zurück; die erste Rattrapante-Armbanduhr baute Patek Philippe 1923.
Echte Beispiele decken eine enorme Spanne ab. Die Patek Philippe Ref. 5370 ist ein reiner Split-Seconds mit dem Kaliber CHR 29-535 PS; die 2025 vorgestellte Roségold-5370R-001 mit Grand-Feu-Emailzifferblatt liegt bei rund 286.300 Euro. Der 2004 lancierte Double Split von A. Lange & Söhne war der erste Doppel-Rattrapante, der Sekunden und Minuten teilte und Ereignisse bis 30 Minuten verglich; er ist eingestellt, Platinmodelle wechseln am Sekundärmarkt für etwa 80.000 bis 100.000 Dollar den Besitzer. Der Triple Split mit Kaliber L132.1 teilt Sekunden, Minuten und Stunden für Vergleichsmessungen bis 12 Stunden, die Rotgoldvariante kostet rund 159.400 Euro. Erschwinglicher sind der Breitling Premier B15 Duograph bei etwa 10.250 Dollar und der österreichische Habring2 Doppel 38 bei rund 9.250 Euro.
Beim Kauf zählt zuerst die Werkarchitektur. Integrierte In-house-Split-Seconds-Kaliber von Patek und Lange stehen an der Spitze von Finissage und Preis, während Habring2 und der historische IWC Doppelchronograph dieselbe Komplikation deutlich günstiger bieten, dank des kostengünstigen, auf dem 7750 basierenden Moduls, das Richard Habring bei IWC entwickelte. Achten Sie auf ein sauberes Drückergefühl, darauf, ob der Schleppzeiger flatterfrei und exakt unter seinen Partner zurückkehrt, und auf die Servicekosten, denn eine Rattrapante ist empfindlicher und teurer im Unterhalt als ein normaler Chronograph. Das spricht eher den erfahrenen Sammler an, der Mechanik liebt, als den Erstkäufer.
Innerhalb der Kategorie gibt es echte Untertypen. Ein reiner Split-Seconds bietet nur die Rattrapante-Funktion, während die weit komplexeren Double und Triple Split zusätzlich Minuten- und Stundenzeiger schleppen, um längere Ereignisse zu vergleichen. Zeitgenössische Interpretationen wie der auf 30 Stück limitierte TAG Heuer Monaco Split-Seconds Chronograph Air 1 zu CHF 150.000, erhältlich ab Dezember 2025, verbinden die alte Komplikation mit modernen Materialien, während Seagulls Split-Seconds für rund 3.649 Dollar, limitiert auf 500 Stück, die Preisgrenze durchbrach und Käufern den Zugang öffnete, die zuvor nie eine erreichen konnten.