Die Kategorie Smart-Uhrwerk versammelt Uhren, die Sensoren, batteriebetriebene Elektronik und Telefon-Konnektivität auf die gewohnte Aufgabe der Zeitanzeige legen. Hier leben zwei verschiedene Familien. Zuerst die Hybride, die echte analoge Zeiger behalten und ein Tracking-Modul unter dem Zifferblatt verstecken: Sie erfassen Schritte, Schlaf, Herzfrequenz und Benachrichtigungen ohne sichtbaren Bildschirm. Zweitens vollvernetzte Uhren, deren Front ein Display ist und die ein Betriebssystem wie Wear OS ausführen. Frederique Constant war mit der Horological Smartwatch 2015 eines der ersten traditionellen Schweizer Häuser in diesem Feld und ging 2018 mit der Hybrid Manufacture weiter, die ein Automatikkaliber und ein Smart-Modul im selben Gehäuse vereint.
Die Beispiele spannen einen weiten Bogen über Preis und Philosophie. Die Withings ScanWatch 2 behält echte Zeiger plus ein kleines OLED-Fenster und ergänzt EKG, SpO2, Körpertemperatur und bis zu 30 Tage Akkulaufzeit, erhältlich in 38mm und 42mm ab rund 350 Euro. Garmins vivomove-Linie (Trend, Style, Luxe) folgt derselben Idee mit einem Touchscreen unter den Zeigern, die vivomove Trend liegt bei etwa 270 Euro, hält aber nur rund fünf Tage statt Wochen durch. Am oberen Ende verbindet die Frederique Constant Hybrid Manufacture ein Automatikwerk mit 38 Stunden Gangreserve mit einer Caliber-Analytics-Funktion, die Rate, Amplitude und Abfallfehler misst, ab rund 3.250 Euro. Auf der Touchscreen-Seite war die TAG Heuer Connected Calibre E4 eine luxuriöse Wear-OS-Uhr; Ende 2025 löste sie die E5 ab, die Wear OS zugunsten von TAGs eigener Software aufgab. Gebrauchte E4-Modelle wechseln meist zwischen 400 und 2.000 Euro den Besitzer.
Die Wahl hängt davon ab, was Sie wirklich am Handgelenk wollen. Wer die Optik einer klassischen Uhr und dezentes Gesundheits-Tracking schätzt, ist mit einem Analog-Hybrid von Withings oder Garmin ehrlich beraten und nimmt ein Zifferblatt statt Bildschirm und ein Vibrieren für Hinweise in Kauf. Klären Sie zuerst den Akkubedarf: Die Withings läuft wochenlang, eine Garmin vivomove hält etwa eine Arbeitswoche. Wer volle Smartwatch-Funktion, Apps, GPS und kontaktloses Bezahlen will, bekommt das mit einem Modell wie der Connected, zum Preis täglichen Ladens und einer Software, die in wenigen Jahren altert.
Behalten Sie die Herzfrequenz-Genauigkeit im Blick: Hybride und vernetzte Uhren sind weniger präzise als reine Sportuhren, Tester melden bei der Connected E4 Abweichungen von 10-15 bpm gegenüber einem Brustgurt. Für Sammler, die auf ein mechanisches Werk nicht verzichten wollen, ist die Hybrid Manufacture ein sinnvoller Kompromiss, auch wenn der langfristige Software-Support des vernetzten Moduls stets die offene Frage bleibt.