Eine Solaruhr ist eine Quarzuhr, die über eine Photovoltaikzelle unter dem Zifferblatt sowohl Sonnen- als auch Kunstlicht in Strom umwandelt und ihn in einer wiederaufladbaren Zelle speichert, sodass ein Batteriewechsel entfällt. Die Idee reicht bis 1976 zurück, zur Citizen Crystron Solar Cell (Modell SCQ-8629), der weltweit ersten analogen Solaruhr, die ihre acht Zellen offen auf dem Zifferblatt trug und für einen vollen Lauftag rund zehn Minuten direkte Sonne benötigte. Der eigentliche Wendepunkt kam 1995, als Citizen die Zellen unter ein lichtdurchlässiges Zifferblatt verlegte (Kaliber 7878) und mit einer Lithium-Sekundärzelle kombinierte, was Gestaltern klassische, schöne Zifferblätter ermöglichte. Diese Bauweise heißt heute Eco-Drive und hat 2026 die Marke von fünfzig Jahren überschritten.
Die echten Beispiele stammen überwiegend von drei japanischen Herstellern. Das Aushängeschild bei Citizen ist der Promaster Eco-Drive Professional Diver 300m, seit April 2025 mit Kaliber E365: ein ganzes Jahr Laufzeit pro Ladung, ISO-Tauchzertifizierung, Helium Escape Valve und ein 46-mm-Stahlgehäuse, für etwa 499 Euro. Der deutlich günstigere Promaster Diver BN0150 liegt bei rund 250 Euro und ist der Einstieg ins Genre. Bei Seiko bieten Solarwerke wie das V157 etwa zehn Monate Gangreserve. Von Casio verbindet die G-Shock GW-M5610 Tough Solar mit Multi-Band-6-Funksync und der DW-5000C-Form von 1983 für rund 150 Euro, während die Reihen Pro Trek und Edifice dasselbe Ladesystem nutzen.
Das Wichtigste beim Kauf ist die wiederaufladbare Zelle, denn sie ist das einzige Bauteil mit begrenzter Lebensdauer. Bei einer Seiko hält dieser Kondensator (etwa der MT920) in der Regel deutlich länger als ein Jahrzehnt, der Service kostet ungefähr 50 bis 120 Euro, und Sie sollten danach stets die Wasserdichtigkeit prüfen lassen. Eine Solaruhr passt zu dem, der eine unkomplizierte Alltagsuhr ohne Batteriesorgen will und stille Praktikabilität schätzt. Der Kompromiss ist ehrlich: Die meisten bleiben Quarz, Sie kaufen also tadellose Zuverlässigkeit und Genauigkeit, nicht den Herzschlag und das Prestige eines mechanischen Automatikwerks.
Innerhalb der Kategorie gibt es feine Unterschiede. Analoge Solarmodelle treiben weiterhin ein Quarzwerk an, und die höherwertigen Stücke von Seiko und Citizen legen GPS- oder Funksync über die Solarladung. Auf der digitalen Seite verbraucht Casios Tough Solar so wenig, dass die Uhr Monate in der Schublade übersteht. Offene Zifferblätter mit sichtbaren Zellen sammeln Licht schneller, während Klassiker mit verborgenen Zellen die Ästhetik schützen; die Wahl hängt davon ab, ob Ihnen Optik oder Ladegeschwindigkeit wichtiger ist.