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Spring Drive
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Spring Drive

Spring Drive ist Seikos Hybridwerk, das seine Kraft aus einer mechanischen Zugfeder bezieht, aber per Quarz reguliert wird. Das ergibt einen lautlos gleitenden Sekundenzeiger und Abweichungen im Sekundenbereich pro Monat. Nur Grand Seiko, Seiko und Credor bauen es.

Spring Drive bezieht seine Energie wie eine mechanische Uhr aus einer klassischen Zugfeder und einem Federhaus, doch Hemmung und Unruh werden durch Seikos Tri-synchro Regulator ersetzt. Ein Bauteil namens Glide Wheel dreht sich achtmal pro Sekunde und erzeugt einen winzigen Strom, der einen Quarzoszillator mit 32.768 Hz und einen integrierten Schaltkreis speist. Der Schaltkreis misst die Drehzahl des Rades und legt eine elektromagnetische Bremse an, sobald es zu schnell läuft, sodass es keine tickende Hemmung gibt. Das Ergebnis ist ein Sekundenzeiger, der kontinuierlich gleitet, statt zu schlagen oder zu springen. Die Idee stammt von Yoshikazu Akahane bei Suwa Seikosha aus dem Jahr 1977, wurde 1982 patentiert, 1997 vorgestellt und kam 1999 als handaufzugsgetriebene Seiko- und Credor-Modelle in Produktion. Das automatische Kaliber 9R erschien 2004 als Grand-Seiko-exklusives Werk.

Da nur die Seiko-Gruppe diese Technik herstellt, finden sich echte Beispiele ausschließlich bei Grand Seiko, gehobenen Seiko-Modellen und Credor. Der übliche Einstieg ist die 41 mm große SBGA211 'Snowflake' aus Titan mit Kaliber 9R65, 72 Stunden Gangreserve und rund +/-1 Sekunde pro Tag, im Handel etwa 5.800 bis 6.900 Euro. Sportlich liegt der Spring Drive Chronograph mit Kaliber 9R86, etwa die SBGC201, bei rund 8.200 Euro. An der Spitze steht der Credor Eichi II mit handaufgezogenem 7R14, in Platin etwa 44.000 bis 50.000 Euro, eine Studie in Zurückhaltung und Porzellanzifferblättern. Das Kaliber 9RA5 von 2020 ergänzte Temperaturkompensation, fünf Tage Gangreserve und +/-10 Sekunden pro Monat, während der 2025 vorgestellte Spring Drive U.F.A. mit Kaliber 9RB2 +/-20 Sekunden pro Jahr erreicht, angeboten als Titan-SLGB003 für 12.000 Euro und Platin-SLGB001 für 42.000 Euro.

Machen Sie sich vor dem Kauf klar, was Sie erwerben. Sie ziehen eine Spring Drive auf, doch im Inneren schlägt kein Herz; sie tickt nicht im klassischen Sinn, stattdessen fließt der Zeiger einfach unter dem Glas. Manche Sammler finden das faszinierend, mechanische Puristen empfinden es als zu nah am Quarz. Im Alltag überzeugt das Konzept: Genauigkeit im Sekundenbereich pro Monat, nahezu lautloser Lauf sowie Grand Seikos Zaratsu-Politur und Zifferblattarbeit. Der Kompromiss ist das Fehlen einer hörbaren Unruh und sichtbaren Schwingung für Liebhaber traditioneller Uhrmacherkunst, und für den Service sind Sie auf das autorisierte Seiko-Netz angewiesen, nicht auf einen unabhängigen Uhrmacher.

Die Wahl innerhalb der Familie hängt vom Bedarf ab. Das 9R65 und das 9R31 mit +/-1 Sekunde pro Tag und 72 Stunden genügen den meisten Besitzern problemlos. Wer mehr Genauigkeit und fünf Tage Reserve möchte, greift zu Evolution-9-Modellen mit dem 9RA5, und wer die höchste Ganggenauigkeit sucht, findet sie im U.F.A. Wenn dünne Handarbeit und ruhiger Minimalismus mehr reizen als Sport, stehen die manuelle SBGY-Serie und der Credor Eichi II für das kunsthandwerkliche Ende von Spring Drive.

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