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Ultra-Luxus (20k€+)
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Ultra-Luxus (20k€+)

Ultra-Luxus (20k€+) ist der Einstieg in die Haute Horlogerie: handfinissierte Uhren in Kleinserie von Patek Philippe, Audemars Piguet, Vacheron Constantin und A. Lange & Söhne, bezahlt wird das Uhrwerk, nicht das Logo.

Die Kategorie Ultra-Luxus (20k€+) markiert die Schwelle, an der eine Uhr aufhört, ein Accessoire zu sein, und zum Objekt der Haute Horlogerie wird. Oberhalb von 20.000 Euro zahlen Sie für das Uhrwerk selbst statt für Marketing: handdekorierte Brücken, Anglage an den Kanten, Manufakturkaliber und Stückzahlen, die meist auf einige Tausend pro Jahr begrenzt sind. Den Kern dieser Klasse bildet die sogenannte Heilige Dreifaltigkeit: Patek Philippe, gegründet 1839; Audemars Piguet, das 1972 mit Gerald Gentas Royal Oak die luxuriöse Stahl-Sportuhr erfand; und Vacheron Constantin, die älteste ununterbrochen produzierende Manufaktur seit 1755. Aus Deutschland bringt A. Lange & Söhne seine sächsische Finissage-Tradition ein.

Am Einstieg kostet die Vacheron Constantin Overseas 4500V im Handel rund 25.000 Euro, das blaue Zifferblatt überschreitet auf dem Zweitmarkt regelmäßig 38.000 Euro. Die schlichteren Calatrava-Dress-Referenzen von Patek Philippe wie die 5196 liegen etwa zwischen 20.000 und 30.000 Euro, während die Audemars Piguet Royal Oak 15500ST mit dem Manufakturkaliber 4302 unter einem Grande-Tapisserie-Zifferblatt gebraucht bei rund 49.000 Euro beginnt. Höher hinauf wird die Patek Nautilus 5811/1G in Weißgold mit etwa 82.000 Euro gelistet, handelt aber auf dem Graumarkt jenseits von 150.000 Euro, und die A. Lange & Söhne Odysseus in Stahl liegt bei 43.000 bis 55.000 Euro, die 2025 vorgestellte Honiggold-Version bei 110.000 Euro. Grandes Complications wie der AP Code 11.59 Flying Tourbillon steigen über 150.000 Euro.

Auf diesem Niveau werden die Fragen schärfer: Ist das Werk wirklich aus eigener Manufaktur, wie gut ist die Finissage (Perlage, Genfer Streifen, handgebrochene Kanten), und wie ernsthaft ist das Servicenetz der Marke. Die Stahl-Sportmodelle Royal Oak, Nautilus und Overseas halten ihren Wert gut, doch Wartelisten dauern oft Jahre, sodass der Graumarktaufschlag einzukalkulieren ist. Dress-Uhren wie Calatrava oder Saxonia sind leichter zum Listenpreis zu bekommen, aber weniger liquide. Diese Klasse belohnt den Sammler, der die Mechanik selbst über den Wiederverkaufspreis stellt; wer reine Wertsteigerung sucht, trägt reale Risiken.

Das obere Ende der Kategorie verlässt die Investmentlogik vollständig. Richard Milles saphirummantelte RM 56-02 Sapphire kostet rund 2 Millionen Euro in einer Auflage von nur zehn Stück, und Vacherons Referenz 57260 mit 57 Komplikationen ist die komplizierteste je gebaute Uhr, allerdings eine Taschenuhr und keine Armbanduhr. An diesen Extremen ist der Preis kein Markt mehr, sondern eine Frage von Handwerkskunst und Auftrag, von zugänglicher Haute Horlogerie bis zum letzten Ziel eines Sammlers.

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