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Ultraflach
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Ultraflach

Ultraflach ist die Disziplin, in der Eleganz in Zehntelmillimetern gemessen wird. Hauchdünne Gehäuse, die unter der Manschette verschwinden, ruhige Zifferblätter und ein jahrzehntelanges Rennen um die geringste Bauhöhe.

Ultraflach ist die Nische, in der Gehäuse und Werk einer Dress Watch so flach wie physikalisch möglich gebaut werden und die Schlankheit selbst zur Hauptsache wird. Die moderne Geschichte beginnt 1957 mit Piagets 2mm flachem Handaufzugswerk Calibre 9P, gefolgt 1960 vom 2,3mm dünnen Automatikwerk Caliber 12P. Die Gestaltungslogik ist klar: Die Uhr soll ohne Hängenbleiben unter die Hemdmanschette gleiten, das Zifferblatt soll ruhig bleiben, und jeder Zehntelmillimeter gilt als technischer Sieg. Diese Konsequenz hat ihren Preis, denn ultraflache Uhren bieten meist nur geringe Wasserdichtigkeit, empfindliche Werke und eine Wartung, die echtes Können verlangt.

Im Zentrum der Kategorie steht heute die Piaget Altiplano. Die 38mm Handaufzugsversion trägt rund 6mm über dem 2,1mm flachen Kaliber 430P mit 43 Stunden Gangreserve, die Preise reichen üblicherweise von etwa 5.000 Dollar bis über 16.000 Dollar in Gold. Die Master Ultra Thin von Jaeger-LeCoultre beginnt in Stahl im niedrigen vierstelligen Bereich und steigt in Roségold auf etwa 13.000 Euro, während die Master Ultra Thin Perpetual mit der Referenz Q1308470 bei rund 28.500 Dollar liegt. Bvlgari liefert mit der etwa 5mm flachen Octo Finissimo Automatic die moderne Lesart und holte sich 2024 mit der 1,70mm dünnen Octo Finissimo Ultra COSC den Rekord der dünnsten mechanischen Uhr der Welt; Piaget antwortete auf der Watches & Wonders 2024 mit dem 2mm flachen Altiplano Ultimate Concept Tourbillon.

Beim Kauf sollten Sie zuerst Schlankheit gegen Robustheit abwägen. Eine echte ultraflache Uhr sollte unter 7mm bleiben, doch das bedeutet ein Stück, das teuer in der Reparatur und stoßempfindlich ist und sich daher selten als einzige Uhr eignet. Wer ein ruhiges Dreizeigerzifferblatt, schmale Bandanstöße und ein Profil sucht, das am Lederband unter der Manschette verschwindet, ist hier richtig. Mit kleinerem Budget sind die Nomos Tangente (6,6mm bei 35mm, etwa 2.000 Dollar) und die Frederique Constant Slimline Automatic (40mm, rund 1.000 Euro) ehrliche Einstiege.

Es gibt lohnende Unterarten. Handaufzugswerke liefern meist das flachste Profil, während Mikrorotor-Automatiken wie Piagets Kaliber 1200P (2,35mm) oder Bvlgaris BVL-Kaliber einen Bruchteil an Höhe gegen den Komfort des Selbstaufzugs tauschen. Solaruhren wie die Citizen Eco-Drive One, deren 1mm flaches Werk das Gehäuse auf 2,98mm bringt, markieren ein nichtmechanisches Extrem. Für eine klassischere, zurückhaltende Flachheit sprechen die Patrimony und die Historiques Ultra-Fine von Vacheron Constantin.

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