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Vollskelett
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Vollskelett

Vollskelett ist die konsequenteste Form des Openworking: Zifferblatt und Brücken werden so weit ausgespart, bis das gesamte Werk von vorn bis hinten klar lesbar ist. Anders als beim Open-Heart bleibt nichts verborgen.

Vollskelett steht am äußersten Ende des Openworking-Spektrums. Eine Open-Heart-Uhr öffnet nur ein kleines Fenster über der Unruh, und teilskelettierte Entwürfe lassen Teile des Werks verdeckt, doch ein Vollskelett entfernt das Zifferblatt vollständig und höhlt Grundplatte und Brücken bis auf das funktionale Minimum aus, sodass Räderwerk, Federhaus und Brückenarchitektur von vorn bis hinten durchlesbar werden. Die Technik reicht zurück zum französischen Uhrmacher Andre-Charles Caron um 1760, Uhrmacher Ludwigs XV., der Platinen durchbrach und gravierte, um das Innenleben des Werks zu zeigen. Diese Handarbeit zählt bis heute: Ein gutes Vollskelett ist die Übung, wie weit man Metall entfernen kann, ohne die Stabilität zu gefährden.

Echte Beispiele zeigen die Bandbreite. Die Audemars Piguet Royal Oak Double Balance Wheel Openworked (41mm Stahl, Ref. 15407ST) zeigt zwei übereinanderliegende Unruhen auf einer Achse; der AP-Listenpreis liegt bei rund 76.100 Euro, während der Zweitmarkt oft 130.000 bis 190.000 Euro verlangt, und die Roségold-Variante 15407OR nähert sich 220.000 Euro. Die Cartier Santos de Cartier Skeleton formt ihre Brücken zu den römischen Ziffern für 12, 3, 6 und 9, die das Zifferblatt ersetzen, mit dem Handaufzugskaliber 9611 MC, und liegt je nach Metall etwa bei 23.000 bis 55.000 Euro. Die H. Moser & Cie Streamliner Tourbillon Skeleton (2024) rahmt ein fliegendes Tourbillon in einem 40mm Stahl-Kissengehäuse mit dem HMC 814 bei rund 84.000 Euro. Günstiger sind die Tissot Chemin des Tourelles Squelette bei etwa 1.000 Euro und die Hamilton Jazzmaster Skeleton ab rund 1.245 Euro.

Beim Kauf achten Sie auf drei Dinge. Erstens die Finissierung: Suchen Sie angefaste Brückenkanten, polierte Schraubenköpfe und echte Anglage statt bloß lasergeschnittenem Metall, denn genau hier verraten sich billige Skelette. Zweitens die Ablesbarkeit, denn ein Vollskelett ist von Natur aus kontrastarm; wählen Sie ein Modell, bei dem sich die Zeiger klar vom unruhigen Hintergrund abheben, gebläuter Stahl oder Leuchtspitzen helfen. Drittens die Herkunft des Werks, denn ein Skelett auf Sellita- oder ETA-Basis kann schön sein, aber ein Manufakturkaliber trägt andere Handwerkskunst und Wertigkeit. Der Stil passt zum Sammler, der die Mechanik zeigen und am Handgelenk maximale Werksdramatik will.

Bedenken Sie, dass Vollskelett ein Grad ist, kein Untertyp. Die Spanne reicht von klaren, maschinell finissierten modernen Lesarten wie der Royal Oak bis zu handgravierter Filigranarbeit im Geist des 19. Jahrhunderts. Kommt ein Tourbillon oder ewiger Kalender hinzu, steigt der Preis rasch: Ein Stück wie die Vacheron Constantin Overseas Skeleton erreicht rund 134.000 Euro. Wer Zurückhaltung sucht, dem bietet schon ein schlichtes Drei-Zeiger-Skelett reichlich Schauwert.

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