Zum Inhalt springen
Logo
Wildleder
Kategorie

Wildleder

Wildleder ist ein weiches Armbandmaterial mit Samtnarbe, hergestellt durch Schleifen der Fleischseite einer gespaltenen Haut. Es wechselt im Licht den Ton und wirkt warm und leger, der Gegenpol zum glänzenden Box-Calf.

Wildleder wird auf der Unterseite veredelt: Gerber schleifen und bürsten die Fleischseite einer gespaltenen Haut, sodass eine kurze, samtige Narbe entsteht. Das unterscheidet es von Nubuk, das auf der Narbenseite von Vollnarbenleder geschliffen wird und am Ende dicker und wasserbeständiger ist. Wildleder ist das weichere und empfindlichere der beiden, und weil die Narbe das Licht je nach Winkel anders einfängt, wechselt es mit der Handbewegung den Ton. Das ergibt einen warmen, unkomplizierten Charakter, der eine Uhr aus der glänzenden Anzug-Formalität in vintage und sportliches Terrain rückt.

In der Praxis taucht Wildleder sowohl als Werksoption als auch in einem großen Aftermarket auf. Panerai-Gehäuse passten schon immer gut dazu, und Drittanbieter spielen damit: Toscanas Panerai-Style in Blau-Wildleder oder Vintagers dunkles Marineblau Crazy Navy mit Wildleder-Finish sind gute Beispiele. Ein 39-mm-Vintage-Taucher wie die Tudor Black Bay Fifty-Eight sitzt ebenfalls schön auf braunem Wildleder. Die Preise streuen breit. Vollnarbiges Kalbs-Wildleder von CNS oder StrapsCo beginnt bei rund 13 Euro, von Hand geschnittenes und genähtes Molequin-Wildleder aus Frankreich liegt bei etwa 125 Euro, Veblenist bei grob 45 bis 120 Euro, und Delugs startet mit Leder und Nubuk bei rund 110 Euro.

Beim Kauf zählen Lederherkunft und Naht. Ein gutes Wildleder-Armband stammt meist aus italienischer oder französischer Gerberei, ist von Hand geschnitten und hat sauber verschlossene Kanten statt roher, ausfransender Ränder. Die Farbe bestimmt die Stimmung: Dunkelbraun und Marineblau verzeihen im Alltag viel, Sand und Hellgrau zeigen Gebrauch und Schmutz schnell. Der eigentliche Kompromiss ist die Haltbarkeit. Wildleder ist anfälliger für Wasser, Öl und Abrieb als glattes Leder, also ein schlechter Begleiter für Regen und Sommerschweiß. Es passt zum Käufer, der legere Sakko-Eleganz sucht und das Armband wirklich pflegt.

Die Pflege entscheidet über die Lebensdauer. Wasser und Feuchtigkeit können die Narbe dauerhaft platt drücken und fleckig machen; wird das Armband nass, legen Sie es flach hin und lassen es fern von direkter Wärme vollständig trocknen. Heben Sie die Narbe mit einer Wildlederbürste an und entfernen Sie kleine Flecken mit einem Wildleder-Radierer; ein Schutzspray bei Neukauf verschafft Zeit gegen Wasser und Flecken. Wer denselben Look mit mehr Robustheit will, findet in Nubuk den nahen Verwandten: weniger samtig, härter, ebenfalls mit der Bürste gepflegt.

Alle in dieser Kategorie

Noch keine Uhren in dieser Kategorie.

Häufig gestellte Fragen