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Antik-Taschenuhr
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Antik-Taschenuhr

Die Antik-Taschenuhr umfasst Uhren jenseits der Hundertjahresgrenze: Verge-Fusee-Werke, full-plate railroad-grade Kaliber und Pair-Case-Handwerk in Silber. Direkter lässt sich der Ursprung der mechanischen Uhrmacherei kaum in der Hand halten.

Die Kategorie Antik-Taschenuhr meint im Sammlersinn Uhren, die über hundert Jahre alt sind, also grob alles vor den 1920er-Jahren, und steht damit oberhalb des lockeren Vintage-Begriffs, der 20 bis 99 Jahre abdeckt. Die frühesten Stücke tragen eine Verge-Hemmung und eine kettengetriebene Fusee: Die Fusee gleicht das Drehmoment der Zugfeder aus und speist die Unruh gleichmäßiger, doch die Stahlpaletten gegen ein weicheres Messing-Kronrad verschleißen rasch. Diese Uhren sind selten genau, mit handdurchbrochenen Unruhkloben und gravierten Platinen aber kleine Skulpturen. Auf englischen Pair-Cases in Silber lassen Punzen wie Lion Passant, der gekrönte Leopard's Head, die Sovereign's-Head-Steuerpunze und ein Datumsbuchstabe Alter und Stadt ablesen.

Echte Beispiele decken ein weites Feld ab. Englische Verge-Fusee-Uhren von 1760 bis 1820, mit Londoner Signaturen wie Charleson oder William Gow und idealerweise erhaltenem Staubdeckel, liegen bei Händlern und auf 1stDibs zwischen etwa 600 und 13.000 Euro, im Schnitt um 3.400 Euro. Auf amerikanischer Seite zeigt die Steinzahl die Güte: 7 Steine sind niedrige Klasse, 19 bis 21 hohe. Die Hamilton 992B (21 Steine, in sechs Lagen reguliert) und die Elgin B.W. Raymond als railroad-Familie sind die Bezugspunkte, wobei die 992B von 1940 bis 1969 lief und daher meist als Vintage gilt. An der Spitze erreichen Patek Philippe Lépine Referenzen (703, 972, 894) im Auktionshandel 10.000 bis 17.000 Euro, und die Henry Graves Supercomplication erzielte 2014 bei Sotheby's rund 24 Millionen Dollar.

Beim Kauf gilt: zuerst das Werk. Bei Schweizer Uhren steht die datierende Seriennummer auf dem Movement, nicht auf dem Gehäuse, also müssen Signatur, Seriennummer und Punze zusammen gelesen werden. Ein Hunter-Case schützt das Zifferblatt hinter einem Scharnierdeckel, eine Open-Face-Uhr lässt es frei, und key-wind-Stücke werden mit einem separaten Schlüssel gestellt. Schon ein massives Goldgehäuse hebt die meisten Antik-Taschenuhren in die Spanne von 1.000 bis 10.000 Euro, während eine gewöhnliche Waltham oder Elgin im Unedelmetall-Gehäuse oft nur einige Hundert Euro kostet. Ein rissfreies Emailzifferblatt, originale Spiralfeder und passende Seriennummern heben eine Uhr deutlich über ein nachträglich revidiertes, neu lackiertes Exemplar.

Innerhalb der Kategorie gibt es mehrere Wege. Für reine Schönheit und Geschichte die Verge-Fusee, für Genauigkeit und Robustheit die amerikanische railroad-grade, für Handwerk und Wertanlage signierte Lépine- und Repetitionsstücke von Patek, Vacheron oder IWC. Uhren mit vollem Hunter-Case oder Minute Repeater belohnen meist in der Spanne von 1.000 bis 5.000 Euro. Für Einsteiger ist eine saubere, revidierte B.W. Raymond oder eine schlichte Lépine ein ehrlicher Anfang, passend zu kleinem Budget und täglichem Tragen in der Tasche.

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Häufig gestellte Fragen