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Taschenuhren
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Taschenuhren

Taschenuhren sind die Zeitmesser der Welt vor der Armbanduhr. Offene und Sprungdeckel-Gehäuse, Railroad-Grade-Präzision und noch immer gebaute Mechanikmodelle machen sie zum ältesten und geschichtsträchtigsten Zweig des Sammelns.

Taschenuhren waren vom 16. Jahrhundert bis in die frühen 1900er die vorherrschende Form der Zeitmessung und sind bis heute der älteste noch produzierte Uhrentyp. Zwei Gehäusestile prägen das Feld: die offene Lepine, die das Zifferblatt frei zeigt, und die Savonnette, deren Sprungdeckel das Zifferblatt unter einem federnden Metalldeckel schützt. Bei der Lepine sitzt die Krone bei 12 und die kleine Sekunde bei 9; bei der Savonnette wandert die kleine Sekunde auf 6. Die frühesten Stücke wurden mit Schlüssel aufgezogen und gestellt; das Aufziehen und Stellen über die Krone kam um 1850 auf, eine Neuerung, die Patek Philippe zugeschrieben wird. Die 1893 eingeführten Railroad-Grade-Standards verlangten ein offenes Gehäuse, Size 16 oder 18, mindestens 17 Steine, Justierung in mindestens fünf Lagen und eine Genauigkeit von 30 Sekunden pro Woche; nach etwa 1908 wurde das Lever Set zur Pflicht, um versehentliches Verstellen zu verhindern.

Der leichteste Einstieg führt heute über Tissot. Die T-Pocket Savonnette (Ref. T8674051901300) verbindet das Handaufzugswerk ETA 6498-1 mit 316L-Stahlgehäuse, weißem Zifferblatt mit römischen Ziffern und kleiner Sekunde bei 6 und liegt bei rund 1.000 Euro. Die Bridgeport Lepine nutzt das offene ETA Unitas 6497-1 und kostet weniger. Die Seele steckt im Vintage-Markt, und amerikanische Railroad-Uhren bilden dessen Zentrum: Hamilton-Stücke liegen bei etwa 1.575 bis 6.800 Dollar, Elgin und Waltham bei rund 2.475 bis 2.750 Dollar, Ball bei 3.275 bis 3.750 Dollar. Die 21-Steine-Ball Grade 999B von etwa 1947 zählt zu den gefragtesten Railroad-Stücken. An der Spitze stehen millionenschwere Grand Complications wie Vacheron Constantins Ref. 57260 mit 57 Komplikationen und die 2024 vorgestellte Les Cabinotiers Berkley mit 63 Komplikationen.

Überlegen Sie zuerst, was Sie wirklich wollen. Eine neue Tissot ist der vernünftige Einstieg: robust, überall zu warten und ein sauberer Weg, den Handaufzug ohne Vintage-Risiko zu erleben. Bei einer Vintage-Railroad-Uhr zählen ein ehrliches Zifferblatt, ein funktionierendes Lever Set, der korrekte originale Aufzugstrieb und eine dokumentierte Servicehistorie. Nachgemachte Zifferblätter und nicht passende Ehen aus Gehäuse und Werk drücken den Wert stark, lassen Sie das Werk daher vor dem Kauf von einem Fachmann anhand der Seriennummer prüfen. Ein müdes Savonnette-Scharnier oder eine erschöpfte Deckelfeder ist teuer zu reparieren, was offene Modelle pflegeleichter macht, auch wenn ihr Glas freier liegt.

Für wen ist das? Für alle, die Ritual statt Tempo suchen. Wer Kette, Weste und das bewusste Aufziehen schätzt, bleibt in dieser Welt. Die Lepine passt zum täglichen Tragen und schnellen Ablesen; die Savonnette belohnt den Wunsch nach Schutz und mechanischer Befriedigung. Die 2,5-Hz-Familie 6497/6498 liefert einen ruhigen Sekundenschlag, eine Chronometrie auf COSC-Niveau ist nicht zu erwarten. Egal welches Budget: Stellen Sie Qualität vor Menge, eine gute Uhr sagt mehr als zehn gewöhnliche.

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