Zum Inhalt springen
Logo
Kategorie

Forged Carbon

Forged Carbon entsteht, indem kurze, zufällig angeordnete Carbonfasern mit Harz unter Hitze und Druck verpresst werden. Das Ergebnis ist ein marmoriertes, einmaliges Gehäuse, das deutlich leichter als Stahl und in jede Richtung belastbar ist.

Forged Carbon unterscheidet sich grundlegend von gewebter Carbonfaser. Während gewebtes Carbon die Fasern in geordneten, strukturierten Lagen anordnet, mischt Forged Carbon kurze, zufällig verteilte Carbonfasern mit Harz und verpresst sie im beheizten Werkzeug unter Druck. Daraus entsteht ein marmoriertes, wirbelndes Muster, das bei jedem Gehäuse einzigartig ist: Schneidet man zwei Lünetten aus derselben Charge, sehen sie verschieden aus, und genau das ist gewollt. Da die Fasern in alle Richtungen verlaufen, ist das Material isotrop, also nicht nur entlang einer Webrichtung belastbar. Audemars Piguet brachte die Technik 2007 mit der Alinghi Team Royal Oak Offshore als erste Marke in die Uhrmacherei und übernahm das Verfahren aus Luftfahrt und Kompositindustrie.

Die Referenz, an die die meisten Sammler denken, ist der Royal Oak Offshore Chronograph 44mm in Forged Carbon, Ref. 26400AU.OO.A002CA.01, mit einem Listenpreis um 36.900 Euro und Angeboten am Zweitmarkt häufig zwischen 22.000 und 30.000 Euro. 2024 kehrte AP mit einem neuen patentierten CFT (Chroma Forged Technology) Farbcarbon beim 43mm Royal Oak Concept Split-Seconds zum Material zurück; es härtet rund zehn Stunden unter Druck aus. Panerai nennt seine Variante Carbotech: Der Submersible Carbotech PAM02231, 42mm und bis 300 Meter dicht, kostet etwa 18.400 Euro. Günstiger wird es beim Doxa Sub 300 Carbon, der ein Forged-Carbon-Gehäuse mit innerer Titankammer zur Druckfestigkeit bei 42,5mm und 300 Metern für etwa 3.890 Euro kombiniert.

Klären Sie beim Kauf, ob das Gehäuse wirklich Forged Carbon oder gewöhnliche gewebte Carbonfaser ist, denn beide sehen verschieden aus und werden verschieden bepreist. Das nicht wiederholbare Muster ist ein Merkmal, kein Mangel. Der eigentliche Reiz ist das Gewicht: Forged Carbon kann rund 30% leichter als dasselbe Gehäuse aus Stahl sein, sodass selbst große Durchmesser bequem tragen. Der Kompromiss: Die harzreiche Struktur setzt auf Leichtigkeit und Optik statt auf maximale Kratzhärte, kann also leichter Spuren zeigen als Keramik, und ernsthafte Taucher sollten auf eine innere Metallkammer achten.

Verwechseln Sie Forged Carbon nicht mit Richard Milles Carbon TPT, das dünne vorimprägnierte Lagen in festen Winkeln stapelt und eine holzmaserungsartige Optik erzeugt statt der zufälligen Marmorierung von echtem Forged Carbon. Für Sportuhrenkäufer, die Leichtigkeit und ein wirklich einmaliges Gehäuse suchen, ist Forged Carbon eine überzeugende, moderne Wahl.

Alle in dieser Kategorie

Noch keine Uhren in dieser Kategorie.

Häufig gestellte Fragen