Zum Inhalt springen
Logo
Kategorie

Platin 950

Platin 950 ist die dichteste, am schwersten zu bearbeitende Gehäuselegierung der feinen Uhrmacherei: 95% reines Platin, meist mit Ruthenium gehärtet. Rolex, Patek Philippe und Lange reservieren es für ihre besten Stücke.

Platin 950 ist eine Legierung, bei der 950 von 1000 Teilen reines Platin sind, die übrigen 5% meist Ruthenium zur Härtung, und Gehäuse tragen den Stempel "950" oder "Pt950". Mit rund 20,3 g/cm³ ist dieselbe Uhr in Platin deutlich schwerer als ihre Version in 18 Karat Gold, oft rund ein Drittel mehr auf dem Handgelenk, weshalb eine Platinuhr dieses unverwechselbare, leicht ernste Gewicht trägt. Platin ist zudem nach Jahresförderung um ein Vielfaches seltener als Gold und wegen seines hohen Schmelzpunkts und seiner Dichte schwer zu zerspanen. Es läuft nicht an, und statt bei Kratzern Material zu verlieren, schiebt es sich zu einer weichen Oberflächenpatina, sodass ältere Platingehäuse mit der Zeit ein mattes, fast samtiges Aussehen annehmen.

Rolex verwendet massives Platin nur in Day-Date und Daytona sowie in der historischen Cellini und reserviert das eisblaue Zifferblatt ausschließlich für diese Platinmodelle. Die massive Platin-Daytona ref. 116506 von 2013, mit brauner Cerachrom-Lünette und eisblauem Zifferblatt, begründete diesen Look; die aktuelle ref. 126506 liegt mit Standardzifferblatt bei etwa 84.600 Euro Liste und wird auf dem Zweitmarkt regelmäßig zwischen 122.000 und über 150.000 Euro gehandelt. Patek Philippe kennzeichnet seine Platingehäuse mit einem einzelnen Diamanten zwischen den Bandanstößen bei sechs Uhr, eine Tradition, die 1999 mit dem Annual Calendar ref. 5056P begann. A. Lange & Söhne fertigt den Datograph Up/Down ref. 405.035 in 950 Platin, mit einem Listenpreis um 127.000 Euro.

Beim Kauf von Platin stellen Sie sich zuerst auf das Gewicht ein: dasselbe Design in Stahl oder Gold fühlt sich deutlich leichter an, und dieses Gewicht wirkt auf manche Sammler als Luxus, auf andere als zu viel. Prüfen Sie den Stempel (950 oder Pt950), bei Patek den Diamanten zwischen den Anstößen und bei Rolex das eisblaue Zifferblatt, denn ein fehlendes oder falsch platziertes Merkmal ist ein Warnsignal. Platin ist hypoallergen und läuft nicht an, doch feine Kratzer sammeln sich schneller als bei Weißgold, weshalb gelegentliches Polieren oder ein bewusstes Annehmen der Patina nötig ist. Rechnen Sie mit einem echten Aufpreis gegenüber der Goldversion derselben Uhr; Sie zahlen für Seltenheit und Aufwand, nicht nur für Metallgewicht.

Auch innerhalb der Güte gibt es Nuancen: Rolex' Ruthenium-Legierung ergibt eine härtere Oberfläche, während andere Hersteller Kupfer oder Kobalt beimischen, um andere Helligkeit und ein anderes Gussverhalten zu erzielen. Für Sammler bleibt Platin meist den hochwertigsten, limitierten Referenzen einer Marke vorbehalten, was es zugleich zu einem tragbaren Luxus und zu einer Nische macht, die oft weniger stark schwankt als sportliche Stahlmodelle.

Alle in dieser Kategorie

Noch keine Uhren in dieser Kategorie.

Häufig gestellte Fragen