Quarz-Alarm bezeichnet die Klasse von Uhren, die ihr Wecksignal mit einem batteriebetriebenen Piezoelement oder einer vibrierenden Feder am Gehäuseboden erzeugen, statt mit einem federgetriebenen Hammer und Gong. Die mechanische Alarmtradition reichte von der Vulcain Cricket bis zur Seiko Bell-Matic, doch die Seiko A133 kam als weltweit erste Digitaluhr mit hörbarem Alarm, und die Bell-Matic-Produktion endete 1978. Quarz machte den Alarm zugleich günstiger und genauer. Ein typisches Quarz-Alarm-Modul hält eine Genauigkeit von etwa +/- 15 Sekunden pro Monat, der Alarm selbst ist auf eine Minute genau, eine Verlässlichkeit, die ein Handaufzugskaliber zu diesem Preis kaum erreicht.
Das häufigste Beispiel heute ist Seikos Kaliber 7T62, ein japanisches Modul mit Alarm plus einem 1/5-Sekunden-Chronographen bis 60 Minuten, wobei der Alarm zugleich als zweite Zeitzone dienen kann. Dieses Kaliber treibt Piloten-Modelle wie den Flightmaster SNA411 an, der gebraucht etwa zwischen 250 und 560 Euro gehandelt wird, im Schnitt um die 360 Euro. Auf Citizen-Seite bietet das Kaliber 6870 einen Alarm-Chronographen mit acht Modi, zwei unabhängigen Alarmen, einem 1/20-Sekunden-Chronographen bis 60 Minuten und Zwischenzeit. Am moderneren Ende ist der Tissot T-Touch Connect Solar eine taktile analog-digitale Solar-Quarzuhr, die den Alarm neben Barometer und Kompass einbindet; dieser Typ beginnt meist bei rund 1.000 Euro und darüber.
Beim Kauf hören Sie zuerst, wie der Alarm erzeugt wird: Piezo-Module klingen scharf und summend, vibrierende Scheiben-Typen tiefer und am Handgelenk spürbar. Bei Multifunktionsstücken wie der SNA-Reihe prüfen Sie, ob die Drücker sauber klicken und ob der Batteriewechsel im üblichen Rhythmus von etwa drei Jahren liegt. Diese Kategorie passt zum Käufer, der die Wartung eines mechanischen Alarms nicht will, der einen wirklich verlässlichen Weck- oder Terminalarm braucht und der digitale Funktionstiefe schätzt. Der Kompromiss ist klar: Die haptische Romantik eines mechanischen Hammers entfällt, doch Genauigkeit und Preis sprechen eindeutig für sich.
Innerhalb der Kategorie heben sich zwei Untertypen ab. Reine analoge Quarz-Alarme sind selten geworden; die meisten aktuellen Stücke sind analog-digitale Chronographen-Hybride, die ein Piezo für den Ton nutzen. Auf der Vintage-Seite wecken frühe Seiko- und Citizen-Alarm-Quarzuhren der 1970er und 1980er mit ihrem Vibrationsscheiben-Mechanismus echtes Sammlerinteresse. Wer den Batteriewechsel ganz vermeiden möchte, findet mit Citizen Eco-Drive und Seiko-Solar-basierten Alarmmodellen im Bereich von 140 bis 460 Euro eine wartungsärmere Lösung.