Ein Retrograder Ewiger Kalender vereint zwei eigenständige Ideen auf einem Zifferblatt. Der ewige Kalender erfasst Monate mit 28, 29, 30 und 31 Tagen, berücksichtigt Schaltjahre und braucht bis 2100 keine manuelle Korrektur. Das retrograde Element ersetzt das übliche rotierende oder im Fenster laufende Datum durch einen Zeiger, der einen Bogen abfährt und am Ende seines Zyklus zum Ausgangspunkt zurückspringt. Meist betrifft das das Datum: Der Zeiger streicht im Halbkreis von 1 bis 31 und springt dann augenblicklich zurück. Das Ergebnis ist eine Komplikation, die schwerer zu konstruieren ist und zugleich eine Symmetrie auf das Zifferblatt bringt, die ein einfaches Datumsfenster nicht bietet.
Das aktuelle Feld zeigt die Form gut. Bei Watches and Wonders 2025 stellte Patek Philippe die Ref. 6159G-001 vor: 39,5 mm Weißgoldgehäuse mit Hobnail-Guilloché-Lünette und dem Automatikkaliber 26-330 S QR mit retrogradem Datumszeiger, dazu Wochentag, Monat, Schaltjahr und Mondphase, Preis rund 118.000 Euro. Pateks 5159G von 2007 ist der Klassiker dieser Linie mit Kaliber 324 S QR; die handgravierte 5160 aus der Rare-Handcrafts-Serie entstand in weniger als 20 Exemplaren und liegt gebraucht um 130.000 Euro. Vacheron Constantins Traditionnelle Perpetual Calendar Retrograde Date Openface von 2025, ein 41-mm-Platinmodell zum 270-jährigen Jubiläum mit Kaliber 2460 QPR31/270, kostet etwa 124.000 Euro in einer Auflage von 370 Stück. Bulgaris Octo Finissimo Perpetual Calendar zeigt das retrograde Datum in einem 40-mm-Titangehäuse von nur 5,8 mm Höhe sehr modern.
Vor dem Kauf lohnen einige Punkte. Dass der Zeiger am Bogenende plötzlich und nicht allmählich zurückspringt, ist gewollt und kein Mangel. Beim Einstellen ist das Umschaltfenster um Mitternacht zu meiden: Korrekturen in diesen Stunden können die feine Mechanik beschädigen. Die Servicekosten liegen über denen eines klassischen Kalenders, da retrograde Feder und Rückstellhebel zusätzliche Teile bedeuten. Diese Form passt zum Sammler, der Bewegung und Symmetrie auf dem Zifferblatt sowie kleine Auflagen schätzt. Für schmalere Budgets liefert der retrograde Quarzkalender der Tissot Tradition die Idee für wenige Hundert Euro, ohne den mechanischen Anspruch.
Innerhalb der Gattung gibt es Nuancen. Manche Modelle tragen ein einzelnes retrogrades Datum, während Häuser wie Roger Dubuis bi-retrograde Anordnungen bauen, bei denen zwei Zeiger gleichzeitig zurückspringen. Wochentag, Monat und Schaltjahr erscheinen je nach Referenz als Fenster, als Hilfszifferblatt oder als zweiter retrograder Bogen. Die Wahl hängt davon ab, wie Sie Ablesbarkeit gegen theatralische Bewegung am Handgelenk gewichten.