Ein Ewiger Kalender zeigt Wochentag, Datum, Monat, Mondphase und meist eine Schaltjahresanzeige und merkt sich mechanisch, dass Monate 28, 29, 30 oder 31 Tage haben und der Vierjahreszyklus 1.461 Tage umfasst. Dank eines verborgenen Speichers aus Nocken und Hebeln braucht er bis 2100 keine manuelle Datumskorrektur, solange er läuft. Die Linie reicht zurück bis zu Thomas Mudges Taschenuhr um 1762, heute im British Museum, und zu Patek Philippes Stück von 1925, der ersten Armbanduhr mit Ewigem Kalender.
Heute deckt die Komplikation eine enorme Spanne ab. Am zugänglichen Ende steht die 42 mm große Frederique Constant Slimline Perpetual Calendar Manufacture mit eigenem Automatikkaliber, in Stahl etwa zwischen 8.000 und 9.000 Dollar. Flache Klassiker wie die Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Perpetual kosten in Stahl heute rund 23.000 bis 25.000 Dollar, während die 1985 von Kurt Klaus entworfene IWC Da Vinci Perpetual Calendar Chronograph, die erste mit vierstelliger Jahresanzeige, gebraucht etwa zwischen 20.000 und 30.000 Dollar liegt. Darüber beginnt die Audemars Piguet Royal Oak Perpetual Calendar bei rund 110.000 Dollar, die A. Lange & Söhne Lange 1 Perpetual Calendar in Roségold bei etwa 104.500 Dollar, und moderne Patek Philippe Modelle reichen von rund 80.000 bis 200.000 Dollar.
Beim Kauf zählt zuerst das Zifferblattlayout: Eine ausgewogene, gut ablesbare Anordnung, die nicht in Anzeigen ertrinkt, befriedigt auf Dauer weit mehr als ein überfrachtetes Blatt. Die Komplikation ist empfindlich, jede Uhr steht unter Last, wenn sie vom 28. zum 31. springt; deshalb sollte man die Korrektoren nicht in Mitternachtsnähe betätigen und die Uhr per Beweger oder regelmäßigem Aufzug am Laufen halten. Ein Ewiger Kalender passt zum Sammler, der Mechanik wirklich schätzt und den Kalender lieber von selbst laufen sieht, als ihn neu zu stellen; er belohnt sorgsamen Umgang, nicht den Alltagsschlag.
Eine Feinheit ist das Problem von 2100: Da der gregorianische Kalender diesen Schalttag auslässt, zeigen die meisten mechanischen Ewigen Kalender weiterhin den 29. Februar und brauchen eine einmalige Korrektur. Säkulare Ewige Kalender lösen das, indem sie die Jahrhundertausnahme mechanisch berücksichtigen, sind aber selten und teuer. Die Komplikation verzweigt sich zudem stark, kombiniert mit Chronograph, Tourbillon, Minutenrepetition oder ultraflachem Gehäuse und erscheint in Varianten mit vierstelliger Jahres- oder Retrograde-Anzeige für unterschiedliche Budgets und Geschmäcker.



