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Farbige Keramik
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Farbige Keramik

Farbige Keramik meint Gehäuse, bei denen das Pigment in das Material eingebrannt wird, kratzfest und ohne Ausbleichen. Rado, IWC und Hublot führen hier, und die Farbe ist die Keramik selbst, keine Beschichtung.

Farbige Keramik umfasst Hightech-Keramikgehäuse, die über Schwarz und Weiß hinaus in Blau, Grün, Braun und kräftigere Töne gehen. Entscheidend ist: Die Farbe ist keine Beschichtung. Zirkonoxidpulver wird mit Pigment vermischt und bei rund 1.500 Grad Celsius gesintert, sodass die Farbe das gesamte Material durchdringt. Ein Kratzer legt keinen anderen Farbton frei, und unter UV-Licht bleicht das Gehäuse über Jahre hinweg nicht aus. Auf der Vickers-Skala liegt Keramik bei etwa 1.200 bis 2.000 HV gegenüber rund 200 HV bei Stahl, was sie gegen alltägliche Spuren nahezu unempfindlich macht. Leuchtende Rottöne sind schwierig, weil organische Pigmente bei dieser Temperatur verbrennen; deshalb blieb Farbige Keramik lange auf Blau, Grün und Grau beschränkt.

Die Bandbreite in der Praxis ist groß. Rado ist hier der Vorreiter: Die True Thinline Colours kamen in Braun, Dunkelblau, Grau und Grün und kosten meist zwischen 2.100 und 2.500 Euro, während die Captain Cook High-Tech Ceramic in Blau oder Grün bei rund 3.900 Euro liegt, der Marineblau-Chronograph eher bei 6.500 Euro. IWC begann mit der weißen Lake Tahoe, ging dann mit der Woodland in Dunkelgrün (Ref. IW389106, rund 11.400 Euro, Kaliber 69380) und brachte einen mit Pantone entwickelten hellblauen Miramar-Chronographen bei etwa 14.100 Euro heraus, limitiert auf 1.000 Stück. Am oberen Ende präsentierte Hublot die Big Bang Unico Magic Ceramic, als erste mehrfarbige Keramik beworben, mit einem patentierten Sinterverfahren, für 33.000 Dollar in einer Auflage von 20; Audemars Piguet kombiniert ein schwarzes Keramikgehäuse der Royal Oak Offshore mit grüner Keramiklünette, Krone und Drückern.

Beim Kauf achten Sie zuerst auf Farbgleichmäßigkeit und Finish: Gute Farbige Keramik wirkt als ein einheitlicher Ton, ob matt oder poliert, ohne Flecken oder Schlieren. Die Leichtigkeit ist ein echter Vorteil, doch Keramik ist zugleich hart und spröde; ein harter Schlag gegen Beton kann eine Ecke absplittern, und anders als bei Stahl lässt sich das nicht herauspolieren, das Teil muss ersetzt werden. Farbige Gehäuse kosten mehr als schwarze oder weiße, weil Pigmentstabilität und Ausschussquoten die Fertigung erschweren. Dieses Material passt zu Käufern, die das kühle Gefühl von Stahl nicht mögen, auf Metall reagieren oder einfach eine Uhr wollen, die in zehn Jahren noch gleich aussieht.

Es lohnt sich, die Untertypen zu trennen. Rados Plasmakeramik ist technisch gar nicht pigmentiert; weiße Keramik wird mit bei rund 20.000 Grad aktivierten Gasen behandelt und nimmt einen metallischen, platingrauen Ton an, eine andere Optik als echtes Pigment. Hybridlegierungen wie Hublots Magic Gold verschmelzen Keramik mit Gold. Wer reine Farbige Keramik sucht, sollte prüfen, ob das ganze Gehäuse pigmentiert ist und nicht nur ein Lünetteneinsatz über einem Stahl- oder Titankörper.

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