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Keramik
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Keramik

Keramik ist ein Gehäusematerial, das deutlich härter als Stahl, leichter am Handgelenk und hautfreundlich ist. Weil die Farbe im Material steckt, verblasst sie nie, ein harter Sturz kann es aber zerspringen lassen.

Keramik bedeutet in der Uhrmacherei ein Gehäuse, das durch Sintern von Zirkonoxid-Pulver bei hoher Hitze zu einem dichten, extrem harten Material entsteht. Auf der Vickers-Skala liegt High-Tech-Keramik bei rund 1.250 und damit weit über Stahl mit etwa 200, Gold bei rund 150 und Titan Grade 5 bei etwa 300, sodass es den Alltagskratzern widersteht, die ein Stahlgehäuse stumpf machen. Rado öffnete 1962 mit dem DiaStar aus Wolframkarbid die Tür, wechselte 1986 zu High-Tech-Keramik und nutzte sie 1990 beim Ceramica für Gehäuse und Band, während IWC Mitte der 1980er die Da Vinci Perpetual Calendar mit einem Gehäuse aus Zirkonoxid ausstattete. Da die Farbe im Material gebrannt und nicht aufgetragen wird, verblasst sie nie.

Keramik gibt es heute in fast jedem Budget. Im erschwinglichen Bereich liegt die Rado True bei etwa 150 bis 3.000 Euro, die Captain Cook High-Tech Ceramic 43 bei rund 5.000 Euro. Weiter oben wird die Omega Speedmaster Dark Side of the Moon aus einem einzigen Block schwarzem Zirkonoxid gefräst und kostet etwa 15.500 bis 16.500 Euro, während Omegas keramikgehäuste Diver 300M neu zwischen rund 8.500 und 12.500 Euro liegt. Die IWC Pilot's Watch Chronograph Top Gun in Keramik beginnt bei rund 9.900 Euro, die Variante Lake Tahoe aus weißer Keramik liegt offiziell ähnlich, wird beim Händler aber oft teurer gehandelt. Hublots Big Bang in Keramik startet im Verkauf bei rund 24.000 Euro, während Stücke ohne Edelmetall gebraucht eher zwischen 7.000 und 15.000 Euro wechseln. Rolex geht einen anderen Weg und nutzt seine Cerachrom-Keramik nur für die Lünette; eine GMT-Master II aus Stahl und Gelbgold liegt bei etwa 16.300 Euro.

Beim Kauf lautet die erste Frage, ob das ganze Gehäuse aus Keramik besteht oder nur die Lünette, denn das verändert Gefühl und Preis erheblich. Eine Vollkeramik-Uhr ist rund 30 Prozent leichter als Stahl und hautfreundlich, was sie zur klugen Wahl für Menschen mit Metallallergie oder für alle macht, die eine den ganzen Tag leichte Uhr wollen. Entscheiden Sie auch zwischen matter und polierter Oberfläche; polierte Keramik wirkt edel, zeigt aber jeden Fingerabdruck und jede Reflexion. Die einzige echte Schwäche ist die Sprödigkeit. Keramik gibt nicht nach, ein harter Sturz auf Fliesen oder Stein kann sie also reißen oder zerspringen lassen statt zu verbeulen. Wer kratzfreie Gehäuse liebt, aber zur Unachtsamkeit neigt, sollte das ehrlich abwägen.

Es lohnt sich, die Unterarten zu kennen. Neben reiner High-Tech-Keramik gibt es Keramik-Metall-Komposite wie Rados Ceramos und Varianten wie Plasma-High-Tech-Keramik, die Farbe und Glanz verändern. Farbige Keramik ist schwerer herzustellen, daher kosten Blau-, Braun- oder Beigetöne meist mehr als Schwarz. Für Käufer, die Keramik vor allem wegen ihrer farbechten Lünette wollen, bieten die Cerachrom-Lünette von Rolex und Omegas Keramiklünetten einen ausgewogenen Mittelweg, der ein robustes Stahlgehäuse mit einer Farbe verbindet, die in zwanzig Jahren noch gleich aussieht.

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