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La Chaux-de-Fonds
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La Chaux-de-Fonds

Hoch im Schweizer Jura ist La Chaux-de-Fonds das historische Herz der Uhrmacherei. Vor einem Jahrhundert kam etwa die Hälfte aller Uhren der Welt von hier; heute arbeiten hier Ateliers von Girard-Perregaux bis Greubel Forsey.

La Chaux-de-Fonds ist eine Uhrmacherstadt im Kanton Neuenburg, gelegen in einem Hochtal des Schweizer Jura. Zusammen mit dem benachbarten Le Locle bildet sie das historische Herz der Schweizer Uhrmacherei, mit Wurzeln bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts. Um 1900 entstand hier etwa die Hälfte aller Uhren der Welt. Nach einem verheerenden Brand wurde die Stadt auf einem Raster paralleler Streifen neu errichtet, das Wohnhäuser und Werkstätten bewusst verschränkte und so das dezentrale Modell des établissage stützte, bei dem Spezialisten je einen Produktionsschritt übernahmen. Dieses Stadtbild brachte La Chaux-de-Fonds und Le Locle 2009 eine gemeinsame Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste ein. Die Stadt ist zudem der Geburtsort des Architekten Le Corbusier und Heimat des Musée International d'Horlogerie (MIH), das 1974 eröffnete und mit über 10.000 Objekten die grösste Sammlung zur Geschichte der Zeitmessung beherbergt.

Die Marken, die hier entstanden oder noch hier fertigen, decken eine enorme Bandbreite ab. Omega wurde 1848 in der Stadt als Louis Brandt & Fils gegründet; Girard-Perregaux geht auf 1791 zurück und hat hier weiterhin den Hauptsitz; Corum wurde 1955 hier gegründet; selbst Rolex meldete 1908 seine erste Adresse in der Stadt an. Konkrete Beispiele: Die Girard-Perregaux Laureato Fifty Kollektion liegt bei etwa 20.500 bis 21.800 Schweizer Franken; die TAG Heuer Carrera kostet über die meisten Referenzen im Schnitt rund 2.700 Euro, die Carrera Astronomer Modelle von 2025 reichen von 4.350 bis 6.900 Franken, und die Carrera Chronograph Tourbillon Extreme Sport von 2026 liegt bei rund 40.000 Franken. Am äussersten Ende fertigt Greubel Forsey, 2004 in der Stadt gegründet, seine Hand Made 1 in nur zwei oder drei Exemplaren pro Jahr, jedes mit rund 6.000 Arbeitsstunden, zum Preis zwischen 770.000 und 830.000 Euro; auf dem Zifferblatt steht HAND MADE statt SWISS MADE.

Wie sollte die Herkunft in eine Kaufentscheidung einfliessen? Der Name La Chaux-de-Fonds ist Kontext, kein Gütesiegel für sich. Das Ökosystem der Stadt aus Produktion, Ausbildung und Zulieferern reicht von der Haute Horlogerie bis zur Sportuhr in hoher Stückzahl. Schauen Sie deshalb über die Geografie hinaus auf die konkreten Signale: Manufakturkaliber oder zugekauftes Werk, COSC- oder Manufaktur-Chronometerzertifikat und ob Gehäusefinish und Werkdekoration den Preis rechtfertigen. Ein Atelier wie Greubel Forsey und ein Serienhersteller wie TAG Heuer teilen sich eine Stadt, bedienen aber völlig verschiedene Käufer, der eine sucht einen Haute-Horlogerie-Traum, der andere einen alltagstauglichen Chronographen.

Das Verständnis der Stadtgeschichte zahlt sich auch bei Vintage aus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fertigten hier Hunderte kleiner Ateliers Zifferblätter, Gehäuse und Ébauches für andere Namen, weshalb der Gebrauchtmarkt voll bescheidener Taschenuhren und früher Armbanduhren ist, die in der Region signiert oder gebaut wurden. Prüfen Sie bei der Bewertung das originale Zifferblatt, die Punzen und die Werksignatur, und fragen Sie nach der Restaurierungshistorie. Kurz gesagt: Die Herkunft ist eine starke Linse, um Geschichte und technischen Kontext einer Uhr zu lesen, doch die Uhr selbst, ihr Zustand und ihr Preis sollten die endgültige Entscheidung treffen.

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