Swiss Made ist jene kleine Zeile am unteren Rand des Zifferblatts, und sie beruht auf einer rechtlichen Definition, die strenger ist, als die meisten Käufer vermuten. Nach der überarbeiteten Verordnung, die am 1. Januar 2017 in Kraft trat, darf eine Uhr das Label nur tragen, wenn ihr Movement schweizerisch ist, die technische Entwicklung in der Schweiz erfolgt, das Einschalen und die Endkontrolle in der Schweiz stattfinden und mindestens 60 Prozent der gesamten Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Vor 2017 galt diese 60-Prozent-Schwelle nur für das Movement; die Revision dehnte sie auf die ganze Uhr aus. Das Movement selbst hat eine eigene Prüfung: Mindestens die Hälfte seines Bauteilwerts muss schweizerisch sein, und 60 Prozent seiner Herstellungskosten müssen in der Schweiz entstehen.
Was ich an diesem Label schätze, ist seine enorme Preisspanne. Rund 660 Euro kaufen eine Hamilton Khaki Field Mechanical mit handaufzugsbasiertem Schweizer Movement, der Certina DS Action Diver liegt bei etwa 840 Euro mit Keramiklünette und 300 Metern Wasserdichte, und der Mido Ocean Star Tribute landet zwischen 950 und 1.080 Euro mit 80 Stunden Gangreserve. Die Tissot PRX Powermatic 80, etwa 660 Euro, bringt den Look eines integrierten Bandes zum kleinen Preis. Eine Stufe höher liegt die Longines Spirit bei 1.800 bis 2.200 Euro mit COSC-zertifizierten, exklusiv für Longines gebauten ETA-Kalibern; die Tudor Black Bay 58 landet bei rund 4.700 Euro mit METAS Master Chronometer-Zertifizierung; eine Omega Speedmaster zum Einstieg kostet etwa 6.800 Euro. An der Spitze stehen Patek Philippe, Audemars Piguet und Vacheron Constantin.
Der ehrliche Vorbehalt lautet: Swiss Made zertifiziert Herkunft, nicht Qualität. Die 60-Prozent-Kostenregel bedeutet nicht, dass 60 Prozent der Teile physisch in der Schweiz gefertigt werden, und Marken wie H. Moser & Cie haben den Standard öffentlich als zu lasch kritisiert und das Label ab 2017 von ihren Zifferblättern entfernt. Schauen Sie also über das Label hinaus auf die harten Signale. Die COSC-Zertifizierung garantiert -4/+6 Sekunden pro Tag, während der von Omega und Tudor genutzte METAS Master Chronometer-Test weiter geht und Magnetfeldbeständigkeit sowie Kontrollen nach dem Einschalen ergänzt. Der neue zweistufige COSC Excellence Chronometer, der 2026 kommt, hebt die Latte erneut auf -2/+4 und 200 Gauss.
Da Swiss Made eine Herkunftsachse und kein Uhrentyp ist, lebt jeder Stil darunter: Taucheruhren, Dress-Uhren, Pilotenuhren, Chronographen. Für den ersten ernsthaften Kauf sind Tissot, Hamilton, Certina und Mido ein vernünftiger Einstieg; wer ein stählernes Sportmodell sucht, das auf dem Zweitmarkt seinen Wert hält, spielt mit einer Rolex Submariner ein ganz anderes Spiel. Auf welcher Stufe auch immer: Achten Sie auf das Movement und die Zertifizierung hinter den Worten, nicht nur auf die Worte selbst.























