Milanaise ist ein Metallband, das aus feinem Draht zu einem dichten, engen Geflecht gewoben wird und so eine flache Oberfläche mit einem stoffartigen Fall erhält, den kein Gliederband erreicht. Der Name geht auf die Goldschmiede von Mailand zurück, die schon in der Renaissance Draht zu Geflecht wickelten. Anders als ein normales Metallband kommt die Milanaise ohne einzelne Glieder und Stifte aus: Das Geflecht verhält sich fast wie ein Stück, liegt glatt auf der Haut und wird über eine Schiebeschließe in der Länge verstellt, nicht durch das Entfernen von Gliedern. In die Uhrenwelt kam sie in den 1920er Jahren über deutsche Hersteller wie Staib (gegründet 1922) und Vollmer in Pforzheim, wo Staib seine Milanaise bis heute fertigt.
Im oberen Segment ist die IWC Portofino das deutlichste Beispiel: Die Portofino Automatic IW356505 am Stahl-Mesh liegt bei rund 6.400 Euro, die Mesh-Versionen des Portofino Chronograph (Referenzen IW391028 und IW391030) eher bei rund 8.150 Euro, und einige ältere Referenzen wie die IW356508 finden sich inzwischen in den past collections von IWC, während die IW356506 mit schwarzem Zifferblatt aktuell bleibt. In der Mitte kombiniert Junghans seine Max Bill mit einer satiniert gebürsteten Milanaise, die zur Bauhaus-Zurückhaltung der Uhr hervorragend passt. Im Einstiegssegment hat Skagen das Mesh fast zum Markenzeichen gemacht, mit Modellen meist zwischen rund 100 und 215 Euro. Schweizer Marken wie Milus und Zubehörspezialisten wie Farer und WatchGecko ergänzen das Feld.
Beim Kauf zählen die Dichte des Geflechts und die Qualität der Schließe. Ein fein gewobenes Mesh mit sauber verarbeiteten Kanten zwickt nicht und reißt keine Härchen aus, was ein billiges, lockeres Geflecht sehr wohl tut. Die Schiebeschließe muss fest greifen; eine lose Schließe lässt die Uhr am Handgelenk nach unten rutschen. Poliertes Mesh wirkt eleganter, zeigt aber Kratzer, während eine satinierte oder gebürstete Oberfläche im Alltag nachsichtiger ist. Milanaise passt zu flachen Dress- und Bauhaus-Uhren, zu verschwitzten Handgelenken im Sommer und zu empfindlicher Haut, wirkt an einer schweren Taucheruhr aber nie sportlich.
Es gibt Untertypen, die man kennen sollte. Ein feines, dichtes Geflecht bleibt elegant und leicht, während ein Geflecht aus dickerem Draht robuster und kräftiger wirkt. Quick-Release-Versionen mit Federstegen erlauben den Wechsel in Sekunden, ein echter Vorteil, wenn man aus einer Uhr ohne Werkzeug mehrere Looks holen möchte.