Kinetic Auto Relay ist eine Quarztechnik, die Seiko 1999 vorstellte. Im Kern arbeitet sie wie jedes Kinetic: Ein Rotor im Gehäuse dreht sich mit der Armbewegung, diese Bewegung wird in Strom umgewandelt, und die Ladung wird in einer wiederaufladbaren Lithium-Ion-Zelle gespeichert, die Seiko Kinetic Electricity Storage Unit (E.S.U.) nennt. Das Besondere am Auto Relay ist seine Energielogik. Bewegt sich die Uhr 72 Stunden lang nicht, stoppt sie Stunden- und Minutenzeiger und fällt in einen Schlafmodus, der rund 85 Prozent der Ladung bewahrt. Der integrierte Schaltkreis zählt die Zeit dabei weiter, sodass die Zeiger nach dem Wachrütteln von selbst auf die korrekte Zeit vorspringen. Voll geladen hält die Uhr im Schlaf bis zu etwa vier Jahre die genaue Zeit.
Echte Referenzen zeigen die Bandbreite des Systems. Die SMA163 ist ein Volltitan-Modell mit Carbon-Fiber-Zifferblatt und 100m Wasserdichtigkeit (5J22-0D80). Die SBYA007 ist eine weitere Titan-Auto-Relay (5J22-0B80), während SMA025 und SMA033 zu den frühen Beispielen zählen und ein SMA025 sogar in der Sammlung der Science Museum Group liegt. Auch die Kollektionen Sportura und Arctura brachten Auto-Relay-Varianten hervor. Diese Uhren tragen die Kaliber 5J21, 5J22 und 5J32. Auf dem Gebrauchtmarkt 2024-2025 liegen die Preise je nach Referenz, Material und Zustand grob zwischen 120 Euro und 510 Euro: Arctura-Exemplare etwa um 290 Euro, die SBYA007 um 345 Euro und eine Sportura Kinetic Auto Relay um 475 Euro, wobei Chrono24-Angebote für Auto-Relay oft im Bereich von 370 bis 510 Euro liegen.
Einige praktische Punkte vor dem Kauf. Das Bauteil, das altert, ist die E.S.U.: Eine jahrelang ruhende Kinetic kann eine müde Zelle haben, fragen Sie den Verkäufer also, wie viele Tage die Uhr aus voller Ladung läuft, und kalkulieren Sie bei Bedarf einen moderaten Austausch im Seiko-Service ein. Titanmodelle tragen sich leichter und hautfreundlicher, die Stahlversionen wirken etwas wuchtiger. Auto Relay passt besonders zu einem Sammler mit mehreren Uhren, denn die in der Schublade zeigt auch Monate später noch die richtige Zeit. Sie ist ein schöner Mittelweg für alle, die Alltagskomfort ohne Batterietermine und ohne das Aufziehen einer Automatik wollen.
Eine Nuance ist wichtig: Auto Relay wird nicht mehr produziert, und die gesamte Kinetic-Linie ist weitgehend eingestellt, daher sind dies Sammler- und Gebrauchtkäufe statt Boutique-Neuware. Historisch stammt sie von Seikos Automatic Generating System (AGS) ab, das 1988 in Serie ging, der Name Kinetic kam 1993 hinzu; Auto Relay ist das Kapitel, das die schlafende Intelligenz ergänzte. Sie ist nichts für Käufer, die reines mechanisches Gefühl suchen, belohnt aber jeden, der cleveren, wartungsarmen Quarz mit etwas Geschichte mag.