Zum Inhalt springen
Logo
Kinetic
Kategorie

Kinetic

Kinetic ist Seikos Name für Auto-Quartz: Ein automatischer Rotor treibt einen winzigen Generator an, dessen Strom ein Quarzwerk speist. Sie erhalten Quarzpräzision und das Gefühl einer Automatik, ganz ohne regelmäßigen Batteriewechsel.

Kinetic ist der Markenname, den Seiko seiner Auto-Quartz-Technik gegeben hat, ein echter Hybrid zwischen Mechanik und Quarz. Wie bei einer Automatik gibt es einen schwingenden Rotor, doch dieser zieht keine Zugfeder auf. Stattdessen treibt er einen kleinen Generator an, der Strom erzeugt; dieser wird in einer Energiespeichereinheit gehalten und versorgt einen Quarzoszillator. Seiko zeigte den ersten Auto-Quartz-Prototyp 1986 auf der Basler Messe, ging 1988 in Serie und positionierte die Linie Ende der 1990er Jahre unter dem Namen Kinetic neu. Die Idee ist einfach: Die Uhr lädt sich am Handgelenk selbst, läuft mit gespeicherter Energie weiter, wenn sie liegt, und befreit Sie vom jahrelangen Batteriezyklus einer normalen Quarzuhr.

Die Linie teilt sich in mehrere Ansätze. Der Kinetic Auto Relay von 1998 schickt die Zeiger nach etwa 72 Stunden Ruhe in den Schlaf, bewahrt rund 85 Prozent der gespeicherten Energie und verlängert die Gangreserve im Ruhezustand auf etwa vier Jahre; Kaliber wie das 5J22 gehören zu dieser Familie. Der Kinetic Direct Drive von 2007 erlaubt das Handaufzug über die Krone und zeigt die erzeugte Leistung in Echtzeit auf dem Zifferblatt, aufgebaut auf der 5D-Familie. Auf der Prospex-Seite treibt das GMT-Kaliber 5M85 Taucheruhren mit 200 Metern Wasserdichtigkeit und einer Gangreserveanzeige an, die per Drücker bei zwei Uhr abgefragt wird, etwa in der SUN045 und der PADI SUN065. Das Spitzenwerk war das 7D56 aus Seikos Premier-Linie, das Perpetual Calendar, Auto-Relay und Direct Drive in einem Werk vereint. Die Preise spannen einen weiten Bogen: Coutura Kinetic Perpetual Modelle wie SNP007 und SNP008 liegen meist bei etwa 100 bis 400 Euro, während ein Prospex Kinetic GMT Taucher um die 700 Euro Listenpreis kostet.

Das Wichtigste beim Kauf ist die Speichereinheit. Frühe Kinetics nutzten Kondensatoren mit kurzer Reserve; Seiko wechselte später zu Lithium-Ionen-Zellen, die bei regelmäßiger Nutzung etwa 8 bis 15 Jahre oder länger halten. Lithium-Zellen mögen es nicht, lange völlig entladen zu liegen, daher sollten Sie auf dem Gebrauchtmarkt den Zustand der Zelle prüfen und kontrollieren, ob sich die Gangreserveanzeige plausibel verhält. Modelle mit Reserveanzeige, also die 5M85- und Direct-Drive-Stücke, geben Ihnen genau diese Rückmeldung und machen den Alltag deutlich entspannter.

Für wen ist Kinetic? Für alle, die das Selbstlade-Gefühl einer Automatik mögen und sich den Batteriewechsel sparen wollen, aber Quarzpräzision schätzen und den Vorteil, dass eine geladene Kinetic nicht stehen bleibt, wenn man sie einen Tag vergisst. Seiko hat die Entwicklung neuer Kinetic-Werke stark zugunsten von Solar und Spring Drive gebremst, sodass sich viel im Bestand und auf dem Gebrauchtmarkt abspielt; gut, wenn Sie eine saubere Auto Relay oder 5M85 GMT zu fairem Preis suchen. Wer die Schweizer Variante derselben Idee sehen möchte, schaut auf ETAs Autoquartz-Werke, von Tissot, Longines und Omega zwischen etwa 1998 und 2006 verbaut.

Alle in dieser Kategorie

Häufig gestellte Fragen