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Titan
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Titan ist rund 30% leichter als Stahl, korrosionsbeständig und hautfreundlich. Sein mattes, warmes Grau hebt es von poliertem Stahl ab. So wählen Sie eine Titan-Uhr klug aus.

Titan ist im modernen Gehäusebau die ernsthafteste Alternative zu Stahl, und sein Kernargument ist das Gewicht. Mit rund 30% weniger Masse als Edelstahl trägt sich selbst ein wuchtiger Taucher fast schwerelos am Handgelenk. Dazu kommen die hautfreundliche (hypoallergene) Oberfläche, eine hohe Korrosionsbeständigkeit im Salzwasser und eine sich selbst bildende Oxidschicht, die kleine Kratzer dezent kaschiert. Die erste Titan-Armbanduhr war 1970 der Citizen X-8 Chronometer, dessen Gehäuse aus rund 99,6% reinem Titan bestand und von dem nur etwa 2.000 Stück gebaut wurden. Als erste Uhr mit Gehäuse und Armband komplett aus Titan gilt der Porsche Design / IWC Titan Chronograph von 1980.

Der in der Praxis wichtigste Unterschied liegt zwischen Grade 2 und Grade 5. Grade 2 ist handelsübliches Reintitan, etwa 99% Ti: weicher, mit jenem warmen matten Grauton und leicht zu bearbeiten. Die Tudor Pelagos 39 (Ref. M25407N) nutzt es, kombiniert mit 200 m Wasserdichtigkeit, gestrahltem Gehäuse und einem Listenpreis um 5.300 Euro. Grade 5 ist die Legierung Ti-6Al-4V, rund 90% Titan mit 6% Aluminium und 4% Vanadium: härter und deutlich besser darin, scharfe Fasen und polierte Flächen zu halten. Die Grand Seiko SBGA211 Snowflake aus High-Intensity Titanium mit dem Spring Drive Kaliber 9R65 und rund 72 Stunden Gangreserve ist hier der Bezugspunkt, gelistet bei etwa 6.000 Euro. Höher angesiedelt klettert die Omega Seamaster Ploprof 1200M in Titan klar in den fünfstelligen Bereich, rund 12.000 Euro und mehr; IWCs Titan-Versionen der Big Pilot starten um 13.000 Euro, die Racing Works IW501019 liegt bei etwa 16.000 Euro.

Beim Kauf sollten Sie zuerst klären, welcher Grade verbaut ist und ob die Marke das klar angibt. Steht alltägliche Kratzfestigkeit im Vordergrund, sind Grade 5 oder oberflächengehärtete Metalle wie Citizens Super Titanium (Duratect) die klügere Wahl, denn sie liefern eine Oberfläche, die mehrfach härter ist als Stahl. Wer echte Leichtigkeit und das warme, haptische Gefühl will, bekommt mit Grade 2 das authentischere Titan. Weil Titan zum Fressen (Galling) neigt, bei dem gleiche Metalle unter Reibung verschweißen, verbauen viele Modelle Krone und Gehäuseboden aus Stahl; das ist solide Technik, kein Kompromiss.

Für wen lohnt sich das? Für alle, die einen großen Taucher oder eine Fliegeruhr den ganzen Tag bequem tragen wollen, für Menschen mit Stahlempfindlichkeit und für Liebhaber einer dezenten, unauffälligen Optik. Der Kompromiss ist die Politur: tiefe Kratzer lassen sich nicht so leicht herauspolieren wie bei Stahl, und nicht jeder Service übernimmt das. Wer eine helle, schmuckartige Präsenz am Handgelenk sucht, ist mit Stahl oder Gold besser bedient. Stehen aber Leichtigkeit und Alltagstauglichkeit oben auf der Liste, begleitet Titan Sie viele Jahre, ohne je zu belasten.

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