Weißgold ist ein 18-karätiges (750er) Gehäusematerial, bei dem reines Gelbgold mit weißen Metallen wie Palladium, Nickel und Silber, manchmal etwas Zink, legiert wird: 75 Prozent Gold, der Rest sorgt für die hellere Farbe. Die Legierung selbst ist nicht wirklich weiß, sondern leicht cremig-gelb, weshalb die meisten Hersteller das Gehäuse rhodinieren, um die helle, kühle, silbrige Oberfläche zu erzielen. Über Jahre des Tragens wird die Rhodinierung dünner, und der wärmere Grundton scheint allmählich durch. Manche Häuser umgehen das ganz: Vacheron Constantin erhöhte 2007 den Palladiumanteil auf rund 15 Prozent, für dauerhafte Weiße ohne Beschichtung. Da das Metall bei etwa 15,2 bis 15,9 g/cm3 liegt, ist ein Weißgoldgehäuse spürbar schwerer als Stahl, und genau dieses Gewicht am Handgelenk ist meist der erste Hinweis.
Echte Beispiele decken das ganze Feld ab. Die Rolex Day-Date 40 in Weißgold (Ref 228239) am President-Band kostet etwa 51.600 Dollar Liste, während die diamantbesetzte Lady-Datejust 279459RBR auf rund 110.000 Dollar steigt. Pateks Stahl-Nautilus 5711 lief von 2006 bis 2021 und ist nicht mehr im Katalog; der Weißgold-Nachfolger, die 2022 vorgestellte 5811/1G, liegt bei etwa 89.767 Dollar Liste und wechselt am Zweitmarkt eher für 150.000 Dollar den Besitzer. Omegas Speedmaster Moonwatch Canopus Gold (Ref 310.60.42.50.02.001) nutzt eine unbeschichtete Legierung aus Platin, Rhodium, Palladium und Gold, wiegt rund 235 Gramm und sieht einer Stahl-Speedmaster verblüffend ähnlich. Auch die A. Lange & Söhne Lange 1 und die Audemars Piguet Royal Oak gibt es in Weißgold.
Beim Kauf lohnt der Blick auf einige Punkte. Marken mit unbeschichteten Legierungen, Omegas Canopus und Vacherons palladiumreiche Rezeptur, halten ihre Farbe und brauchen weniger Pflege; klassisches rhodiniertes Weißgold kann an den Kanten nach Jahren harten Tragens leicht nachwärmen und gegebenenfalls neu beschichtet werden. Weißgold passt zum Käufer, der den Stahl-Look mit der Substanz eines Edelmetalls will, echten Wert tragen möchte, ohne ihn zu zeigen. Der Preis dafür ist Gewicht, ein Aufschlag gegenüber Gelbgold und die Tatsache, dass es aus der Distanz wie Stahl wirkt. Nach dem US-Zoll von 10 Prozent auf Schweizer Importe 2025 stiegen Goldmodelle bei Patek um rund 8 und bei AP um rund 10 Prozent, prüfen Sie also die aktuellen Listenpreise.
Wer empfindlich auf Nickel reagiert, sollte palladiumbasiertes Weißgold wählen; die meisten modernen Luxushäuser verwenden ohnehin nickelfreie Rezepturen. Beim Gebrauchtkauf prüfen Sie, ob das Gehäuse neu beschichtet wurde, und kontrollieren die Bandanstoßkanten auf Abnutzung, denn eine originale, unpolierte Oberfläche beeinflusst Optik wie Wiederverkaufswert.