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Automatik (Selbstaufzug)
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Automatik (Selbstaufzug)

Automatik (Selbstaufzug) Uhren laufen ohne Batterie und werden durch die Bewegung Ihres Handgelenks über einen Rotor aufgezogen. Hier Mechanik, Geschichte und eine ehrliche Kaufberatung mit echten Modellen.

Eine Automatik (Selbstaufzug) Uhr ist eine mechanische Uhr, die ihre Zugfeder durch die Bewegung Ihres Handgelenks aufzieht. In ihrem Inneren sitzt ein halbmondförmiges Gewicht, der Rotor; schwingt der Arm, dreht sich der Rotor um seine Achse und überträgt diese Energie über ein Räderwerk auf die Zugfeder. Die meisten modernen Kaliber nutzen einen beidseitigen Aufzug, der Rotor lädt die Feder also im wie im Gegenuhrzeigersinn. Die Idee geht auf Abraham-Louis Perrelet um 1777 zurück (die Zuschreibung ist umstritten), doch die moderne Armbanduhr-Geschichte beginnt mit John Harwood, der 1923 einen einseitigen Selbstaufzug patentierte. Der eigentliche Wendepunkt kam 1931, als die Rolex Oyster Perpetual einen zentralen Rotor mit voller 360-Grad-Drehung einführte und damit den bis heute gültigen Standard setzte. Eterna ergänzte 1948 den kugelgelagerten Rotor, IWC übernahm 1950 das Pellaton-System.

Die Automatik-Welt reicht heute vom Einstieg bis zum ernsthaften Budget. Am unteren Ende liegt die Seiko 5 Sports mit Seikos Kaliber NH35 oder 4R36 (21.600 Halbschwingungen pro Stunde, rund 41 Stunden Reserve), meist zwischen 250 und 500 Euro. Auf der Schweizer Seite bietet die Tissot PRX Powermatic 80 eine 80-Stunden-Reserve und eine antimagnetische Nivachron-Unruhspirale für etwa 700 bis 800 Euro, während ein großer Teil der Branche auf dem ETA 2824-2 (28.800 bph, 38 Stunden) oder dessen Sellita-SW200-Klon aufbaut. Die Hamilton Khaki Field Automatic liegt bei etwa 750 bis 900 Euro. Weiter oben folgen die Tudor Black Bay bei rund 4.000 Euro, die Omega Seamaster Diver 300M Co-Axial Master Chronometer um 5.600 Euro und Rolex' Einstiegs-Automatik, die Oyster Perpetual, ab etwa 6.400 Euro.

Beim Kauf achten Sie auf drei Dinge: Gangreserve, Aufzugsrichtung und Sekundenstopp. Eine 38-Stunden-Reserve genügt für den täglichen Gebrauch, doch wer mehrere Uhren wechselt, schätzt ein 70- bis 80-Stunden-Kaliber, weil man montags nicht neu stellen muss. Beidseitiger Aufzug lädt effizienter; das einseitige Miyota 8215 ist günstig und zuverlässig, aber etwas träger. Der Sekundenstopp (Hacking), bei dem der Sekundenzeiger beim Ziehen der Krone anhält, erlaubt sekundengenaues Einstellen. Eine Automatik passt zu jedem, der die Faszination der Mechanik ohne täglichen Handaufzug will, mit einer Einschränkung: liegt sie tagelang ab, bleibt sie stehen und muss neu gestellt werden.

Es gibt lohnenswerte Unterarten: Standard-Kaliber mit Zentralrotor sind die Arbeitspferde; Mikrorotor-Werke versenken ein kleineres Gewicht auf der Zifferblattseite für flachere Gehäuse; periphere Rotoren schieben die Masse an den Rand, sodass das Werk voll sichtbar bleibt. Wer in der Nähe von Magneten oder Elektronik lebt, sollte auf eine Silizium- oder Nivachron-Spirale achten, und ein COSC- oder Master-Chronometer-Zertifikat belegt, dass die Ganggenauigkeit unabhängig geprüft wurde.

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