Abfallfehler (Beat Error)
Der Abfallfehler, englisch Beat Error, ist der kleine zeitliche Unterschied zwischen den beiden Schwingrichtungen der Unruh und wird in Millisekunden auf einer Zeitwaage gemessen. Ein niedriger Wert nahe null bedeutet einen gleichmäßigen Gang, ein hoher lässt sich bei der Regulierung durch einen Uhrmacher verringern.
Auf einen Blick
- Einheit
- Millisekunden (ms)
- Idealwert
- Nahe 0,0 ms
- Wie gemessen
- Auf einer Zeitwaage
Ein mechanisches Herz schlägt mehrmals pro Sekunde: Die Unruh schwingt in die eine Richtung und wieder zurück. Im Idealfall dauern diese beiden Halbschwingungen exakt gleich lang. Der Abfallfehler misst die kleine Ungleichheit dazwischen, meist als Zahl von 0,0 bis wenige Millisekunden.
Was die Zahl aussagt
Je näher der Wert an null liegt, desto symmetrischer tickt die Unruh. In der Praxis achten Sie auf:
- Niedriger Abfallfehler: gleichmäßiger Gang und stabilere Schwingungsweite
- Hoher Abfallfehler: die Unruh ruht außermittig, und ein harter Stoß kann die Uhr stehen lassen
Warum er wichtig ist
Ein hoher Abfallfehler lässt eine Uhr für sich genommen weder vor- noch nachgehen, doch er macht den Gang ungleichmäßig und kann die Amplitude senken. Die gute Nachricht: Es ist ein Fehler, den ein Uhrmacher beheben kann. Durch Verdrehen des Spiralklötzchens am Spiralklotz, bei modernen Werken durch Verstellen des beweglichen Spiralklotzträgers, richtet der Uhrmacher die Ruhelage der Unruh neu aus, sodass die beiden Schwingungen ausgeglichen werden. Das geschieht meist in derselben Sitzung wie Regulierung und eine Kontrolle der Halbschwingungszahl.
Was eine solche Pflege umfasst, beschreibe ich in meinem Ratgeber zur Pflege einer mechanischen Uhr.
Beispiele
Zeigt eine Zeitwaage einen Abfallfehler von 0,2 ms, sind die beiden Schwingungen nahezu gleich und der Gang gilt als gleichmäßig. Ein hoher Wert wie 4 ms ist ein Hinweis für den Uhrmacher, ihn bei der Regulierung zu korrigieren.
Bei einer erschwinglichen Automatik wie der Seiko 5 Sports trägt ein niedriger Abfallfehler dazu bei, den täglichen Gang gleichmäßig und besser vorhersehbar zu halten.
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Vergleich
Abfallfehler und Tagesgang messen Verschiedenes und werden oft verwechselt.
| Variante A | Variante B | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Abfallfehler | Tagesgang | Der Abfallfehler zeigt die Ungleichheit zwischen den beiden Schwingrichtungen; der Tagesgang zeigt, wie viele Sekunden die Uhr in 24 Stunden vor- oder nachgeht. Ein niedriger Abfallfehler bedeutet nicht automatisch null Abweichung. |
Verwandte Begriffe
Uhren mit diesem Merkmal
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein guter Abfallfehler-Wert?
Je näher an null, desto besser. Das allgemeine Ziel ist ein Wert möglichst nahe null Millisekunden; höhere Werte bis zu mehreren Millisekunden machen den Gang ungleichmäßig und werden am besten bei der Regulierung korrigiert.
Lässt sich ein hoher Abfallfehler korrigieren?
Ja. Ein Uhrmacher verdreht das Spiralklötzchen am Spiralklotz, bei modernen Werken über den beweglichen Spiralklotzträger, und richtet so die Ruhelage der Unruh neu aus, gleicht die beiden Schwingungen an und senkt den Abfallfehler. Das ist eine routinemäßige Justierung, meist in derselben Sitzung wie Regulierung und Halbschwingungskontrolle.
Wie wirkt sich der Abfallfehler auf die Ganggenauigkeit aus?
Der Abfallfehler allein lässt eine Uhr weder vor- noch nachgehen, macht den Gang aber ungleichmäßig und kann die Amplitude senken. Bei hohen Werten kann die Uhr nach einem harten Stoß stehen bleiben, weshalb für einen gleichmäßigen Gang ein niedriger Wert bevorzugt wird.